Remembering Masada

29. November 2016 | Autor: Rigobert Dittmann

Die Aussicht, dass in John Zorns Masada Songbook geblättert wird, lockte uns am 21.10.2016 ins Würzburger Spitäle – das sich, wie auch schon bei Jaap Blonk und bei Michel Godard, als intimer kleiner Kunsttempel bewährt, dessen hervorragende Akustik Mikrophone überflüssig macht. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sprache »mit Herz und Klugheit«?

23. November 2016 | Autor: Jochen Kleinhenz

Am Montag Abend (21. November 2016) wurden im Rathaus die städtischen Kulturmedaillen verliehen – und die Main-Post berichtet darüber unter dem Titel »Kulturmedaillen für Einsatz mit Herz und Klugheit«. Am Artikel gibt es vordergründig nichts auszusetzen – er informiert über ein Ereignis, das stattgefunden hat. Nicht mehr, nicht weniger. Und doch stolpern aufmerksame Leserinnen und Leser möglicherweise über ein wörtliches Zitat, welches dem ehemaligen städtischen Kulturmanager Johannes Engels zugeordnet ist. Über die Mitglieder der Initiative »Willkommen mit Musik« sagt er:

»Sie leisten hochprofessionelle Arbeit mit jungen Asylantinnen und Asylanten«

Das ist jetzt aber verwirrend: Ein »Killwort« (SZ) bzw. »Schimpfwort« (Merkur) bzw. »Unwort« (Diakonie Sachsen) in weiblicher und männlicher Form, also in fast schon geschlechtergerechter Sprache eingesetzt. Was soll man nun davon halten? …

Der Scheintote im Husarenwäldchen

4. September 2013 | Autor: Frieder Sommer

Ich durfte heute den bekannten Würzburger Denkmalexperten Berthold Kremmler anlässlich seiner Exkursion zum Kriegerdenkmal im Husarenwäldchen begleiten, als Vorbereitung auf den »Tag des offenen Denkmals«. Diesen Beitrag weiterlesen »

Genug ist nicht genug …

27. Oktober 2011 | Autor: Berthold Kremmler

… noch einmal zu Fried Heulers Kriegerdenkmal von 1932

Wie jedes Jahr um diese Zeit nahen die Gedenkreden an den Denkmälern. Ob dieses Jahr der Buchtitel eines Spezialisten größeren Nachhall findet als in der Vergangenheit, »Denken statt Denkmalen« von Wolfgang Wippermann, darf mit Spannung erwartet werden. Wahrscheinlich wird wieder die süße Soße der Verallgemeinerung über Gerechte und Ungerechte ausgegossen, werden die Gefallenen betrauert, deren Tapferkeit bestenfalls sinnlos war und über die man nach wie vor nicht laut sagen mag, daß sie in einem verbrecherischen Krieg für verbrecherische Ziele ihr Leben gelassen haben und es nichts, aber auch gar nichts von Ehre, Vaterland und Verteidigung der Heimat und Familie zu beschwören gibt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Kultur – gut und schön – oder weg damit?!

26. Oktober 2011 | Autor: Berthold Kremmler

»Nichts gibt so sehr das Gefühl von Unendlichkeit als wie die Dummheit« – Ödön von Horvath

Braucht eine so kleine Großstadt wie Würzburg eine Zeitschrift, in der sie ihr Selbstverständnis als Kulturstadt feiert?
Das steht zur Abstimmung, wenn am heutigen Mittwoch, 26.10.2011, der Kulturausschuß darüber befindet, ob die Zeitschrift »Kulturgut« mit einer finanziellen Förderung weiterhin als intellektueller Farbtupfer das Image der Stadt aufpolieren soll.
Wir wollen gar nicht grundsätzlich werden und uns wegen der inhaltlichen Füllung des Begriffs Kulturstadt den Kopf zerbrechen. Wir wollen uns nur fragen, ob sie eine solche Zeitschrift, die ja nicht ohne Ambitionen auskommt, zu ihrem Wohlergehen braucht, ob sie mit einem solchen Organ eine bessere Kulturstadt ist als ohne. Diesen Beitrag weiterlesen »

Au weia, Ihr Stadtverschönerungs-Riesenzwerge

28. September 2011 | Autor: Berthold Kremmler

Das hat gesessen – die Mahnung, daß der neu zu gestaltende Turm – ich nenne seinen augenblicklich gehandelten Namen nicht, der so scheußlich und widersinnig ist wie die ästhetische Planung! – auch ins Ensemble der Augustinerstraße passen muß. Wenn das ein Gericht verkündet, dessen Aufgabe mitnichten ästhetische Fragen sind, dann muß es schlimm stehen.

Aber solche Hilflosigkeiten gehören in eine neuere Entwicklung.
Als vor einigen Jahren das neue »Forum« am Markt mit seinem Dachlatten-Äußeren eingeweiht wurde und Kritik aus allen Ecken ertönte, kamen aus den Stadtbau-Räumen beruhigende Äußerungen: in ein paar Jahren sei die Aufregung vergessen.
Sie ist es mitnichten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Eiertanz adieu?!

15. Juni 2011 | Autor: Berthold Kremmler

Geschafft! – mehr taumelnd als aufrecht hat der Stadtrat doch noch sein Ziel erreicht, den Eiertanz offiziell für beendet zu erklären, diesmal mit überwältigender Mehrheit: der Raum im Grafeneckart wird nach den Vorschlägen des Kulturreferats erneuert, nur drei Ratsmitglieder wollten diese Entscheidung nicht gutheißen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Würzburger Eiertanz

9. Juni 2011 | Autor: Berthold Kremmler

Seit Oktober des vorigen Jahres weiß man im Stadtrat, daß der Kulturreferent Muchtar Al Ghusain die Gedenkstätte an den 16. März 1945 im Erdgeschoß des Grafeneckart umgestalten möchte und daß Kenner der Materie damit beauftragt sind, einen neuen Text dafür auszuarbeiten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Der zweite Taubenschlag-Abend

18. September 2010 | Autor: Rigobert Dittmann

Würzburg ist zu einer Noise-Culture-freien Zone geworden. Einmal im Jahr ein X-mas Ball Festival, egal ob mit Suicide Commando oder Laibach und Project Pitchfork, ersetzt keine Alltagskultur. Taubenschlag, eine junge Initiative im Cairo, versucht das seit Kurzem zu ändern. Der zweite Taubenschlag-Abend am 10.09.2010 legte Köder für die verschiedensten Geschmäcker aus. Diesen Beitrag weiterlesen »

Paupernautik? Starchidismus?

17. September 2010 | Autor: Rigobert Dittmann

Wenn ich sage, dass in Würzburg ein absolut mindfuckendes Printerzeugnis erscheint, dann ist das kein Eigenlob. Ich spreche nämlich von STUPOR MUNDI – »Internationale unabhängige Zeitung für Kultur, Wissen und Kunst der Welt im Geiste der Neuen Aufklärung«. Unter dem Medusenhaupt als pikto-programmatischem Schild und dem deeskalierenden Wahlspruch »Im Notwendigen herrsche Einmütigkeit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem aber Nächstenliebe« des Lutheraners Rupertus Meldenius überfällt einen – dreisprachig! – eine tatsächlich stupende Themenvielfalt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sack und Asche (2)

22. April 2010 | Autor: Jochen Kleinhenz

Tja, und das war es dann auch schon wieder mit dem blauen Himmel. »Business as usual«, wie der Anglophile sagt, der Luftverkehr ist wieder da, wo er hingehört – der Himmel heute morgen über Würzburg, vom Residenzplatz aus gesehen und geknipst, spricht Bände. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sack und Asche

19. April 2010 | Autor: Jochen Kleinhenz

Wer sich hierzulande gerne in Bildern ausdrückt, vulgo: »Sprichwörter« verwendet, dem ist sicher das vom Sack Reis in China geläufig, der gelegentlich umfallen muss, um demjenigen, der diesen Sack erwähnt, als Bild für sein Desinteresse an einer Sache oder einem Thema zu dienen. Bis vor kurzem hätte man wohl genausogut – um die Säcke mal in Ruhe stehen zu lassen – von isländischen Vulkanen sprechen können. Denkste: dort bläst es Asche in die Luft, und hier bleiben die Flugzeuge am Boden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Popkultur in Würzburg

13. April 2010 | Autor: Jochen Kleinhenz

Böse Zungen behaupten ja, dass, wenn sich die Wissenschaft einer Sache annehme, diese bereits gut abgehangen sei, um nicht zu sagen: tot. Diese Behauptung wird sicher gestützt durch all jene Disziplinen, die sich ganz auf das Gestern konzentrieren – vom Sezieren des kürzlich Verstorbenen über das Herausgraben jahrhundertealter Scherben bis hin zum Studium jahrmillionenalter Versteinerungen. Nun ist »Pop« resp. »Popkultur« noch nicht ganz so alt – auch wenn sich heute so manches anfühlt und anhört, als ob es schon vor dem Auftauchen der ersten Einzeller produziert worden ist. Diesen Beitrag weiterlesen »

Miniwelttheater in Briefen

3. April 2010 | Autor: Joachim Fildhaut

»Liebe verhasste Mama« hatte deutschsprachige Erstaufführung am Torturmtheater

Mit 31 Jahren verlässt er das Hotel Mama, zieht von New York nach Los Angeles und will Dichter statt Buchhalter werden. Es folgt eine große Pendelbewegung durch die Vereinigten Staaten. Mutters unverhoffte Indienfahrt entspricht dieser »Aventuire«; dochdoch, so kann man’s nennen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Freakshow: I‘m a creep, I‘m a loser

25. März 2010 | Autor: Rigobert Dittmann

Am Montag, den 22. März 2010, werden die Reste des Artrock-Festivals zusammengekratzt, mit Jungvolk aus der Cairo-Szene aufgefrischt, und dort in die nur gummizellengroße neue Studiobühne gepackt, aus einem einzigen, aber besonders guten Grund: TALIBAM! Diesen Beitrag weiterlesen »

Freakshow: ARTROCK-FESTIVAL 2010

24. März 2010 | Autor: Rigobert Dittmann

Mit den Krokussen werden auch die Progies munter und versammeln sich am 20./21. März in der Würzburger Posthalle. Neue Location, altes Spiel. Als Einstimmung in den Freak-üblich verspäteten Beginn kann man eine Betonwandidylle anstarren, das Ambiente in Bahnhofsnähe ist halt so. Diesen Beitrag weiterlesen »

Freakshow: Watch Your Steps

2. März 2010 | Autor: Rigobert Dittmann

Als kleine Alternative zum LaBrassBanda-Fieber in der Posthalle bot sich uns Würzburgern am 24. 2. 2010 im Pleicher Hof HEINZ KARLHAUSEN & THE DIATONICS. Als um Zehne mit stau-bedingter Verspätung die »Ouverture« erklingt, ist schnell klar, dass das eine mutige, aber keine schlechte Entscheidung ist, denn die drei Schulschwänzer des Rotterdamer Musikkonservatoriums erweisen sich als nicht weniger virtuos wie der schmissige Chiemgauer Balkanbrassverschnitt und als musikalisch nicht weniger pfiffig wie ihr Bandname. Diesen Beitrag weiterlesen »

Bunte Waldmenschen

15. Februar 2010 | Autor: Joachim Fildhaut

Viel Tamtam um neues Musical am Mainfranken-Theater

Frank Felicetti ist ein Tausendsassa. Besonders gut behauptet er sich als Schauspieler-Sänger in fetzigen Musicals auf diversen Gastbühnen. Nun hat er selbst eins geschrieben und auf der mainfränkischen Regionalbühne untergebracht, auf der er einst gute Figur als Gast im »Kleinen Horrorladen« machte.

»Es ist nur eine Legende«, werben die Plakate für »Goscior, der Zwischenweltler«. Es ist nur ein Märchen, so lässt sich das Genre umreißen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Freakshow: CHILD ABUSE

24. Januar 2010 | Autor: Rigobert Dittmann

Als musikalischer Einstieg ins Jahr 2010 führt das Brooklyner Trio CHILD ABUSE im Würzburger B-hof am 9. Januar den mathematischen Beweis, dass Rock‘n‘Roll heute nur eine Fortsetzung von Rock‘n‘Roll mit anderen Mitteln sein kann. Ganz anderen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Design im Alltag (4)

17. Januar 2010 | Autor: Jochen Kleinhenz

Diesmal: Unheimliche Berührung der dritten Art.

Wenn die Typografie in historisch gut abgehangene Produktbereiche einbricht, dann gibt es immer etwas zu staunen. Ein solches Produkt, bei dem Tradition über alles geht, ist der Wein. Eine oft viele Jahrhunderte und noch mehr Generationen von Winzern umfassende Tradition hat nicht nur das Gesicht der Landschaft geprägt (Weinberge), sondern auch – ähnlich der Bierkultur – eine eigene visuelle Sprache gefunden, vornehmlich auf den Etiketten der Flaschen, in denen der Wein an den Mann resp. die Frau gebracht werden soll. Zwar landet jeder gute Tropfen irgendwann im relativ neutralen Glas, aber zuvor muss unter anderem das Etikett auf der Flasche die »Zielgruppe« ansprechen – schließlich buhlen im Getränke- oder Supermarkt viele verschiedene Weine um die Gunst der Kunden. Und das nicht zuletzt in Würzburg, der Metropole »Weinfrankens«. Diesen Beitrag weiterlesen »

Kino holt Zuschauer ab

15. Januar 2010 | Autor: Joachim Fildhaut

36. Internationales Filmwochenende – Das erste Ereignis im kulturellen Jahreskalender der Stadt zeigt neues Profil. Mitgestalten kann jeder. Ein Gespräch mit dem Filminitiative-Sprecher Hannes Tietze.

Das Internationale Filmwochenende legte lange einen Schwerpunkt aufs Kino aus dem romanischen Sprachraum. Wohin hat sich euer Image inzwischen entwickelt?
Unser langjähriger Vorsitzender Berthold Kremmler war studierter Romanist, daher war unser erster Schwerpunkt natürlich geboren. Aber diese Konzentration auf italienische und französische Filme hat sich durch unsere Mitarbeiter weiterentwickelt, die andere Länder ins Spiel bringen. Dieses Jahr zeigen wir zum Beispiel einige Independent-Streifen aus den USA, denn wir haben neue Mitarbeiter, die sich speziell dafür interessieren und darum kümmern. Diesen Beitrag weiterlesen »

Freakshow: Little Women

5. Dezember 2009 | Autor: Rigobert Dittmann

Irreführender als Little Women aus Brooklyn kann man sich kaum taufen. Das Quartett erntet daher schon verwunderte Blicke von der Kellnerin im Würzburger Omnibus, bevor es an diesem Montagabend, den 30.11.2009, einen Ton von sich gibt. Aber die »Renegade Jazzer« sehen nun mal den »Little Women« im Film, Katherine Hepburn (1933), Liz Taylor (1949) oder Winona Ryder (1994), nicht sehr ähnlich. Diesen Beitrag weiterlesen »

Blackmail

30. November 2009 | Autor: Rigobert Dittmann

Livemusik zu Stummfilm ist mir in guter Erinnerung durch eine grandiose Vertonung von Robert Wienes Das Kabinett des Dr. Caligari durch Un Drame Musicale Instantané bei einem Würzburger Int. Filmwochenende, lang ist’s her. Die Filminitiative wird diese Tradition aber 2010 mit dem Ensemble ascolta und Filmen von René Clair und Hans Richter auffrischen. Diesen Beitrag weiterlesen »

THYMOLPHTALEIN

20. November 2009 | Autor: Rigobert Dittmann

Seit 2002, Steve Lacys Auseinandersetzung mit Bernhard Langs Komposition »dw 1.2«, trägt das NEW Jazz MEETING des SWR2 die Handschrift des Jazzredakteurs Reinhard Kager. Die von ihm initiierten Projekte – 2003 Daniel Rothmans »Un coup de dés«, 2004 »SEQUEL« mit dem George Lewis Oktett, 2005 »Spin Networks« von fORCH mit einem ganz »fORCHtbaren« Phil Minton, 2006 Franz Hautzinger und sein »Regenorchester XII«, 2007 Fred Frith mit »Clearing Customs« und 2008 das Phantom Orchard Orchestra – eint ein gemeinsames Bestreben: Wie lassen sich musikalische Parameter zeitgemäß fusionieren? Diesen Beitrag weiterlesen »

Kunst in der DDR

16. November 2009 | Autor: Joachim Fildhaut

bis 28. Februar, Deutschordensmuseum, Bad Mergentheim

Ein mystischer Schleier liegt über den Kolchosniki, die Werner Tübke in der fernen Bruderrepublik malte. Diese Bauern sind die einzigen, die ihren Stand in der Ausstellung repräsentieren. Dabei hatte man immer gedacht, triumphierende Traktorfahrerinnen u. dgl. seien typisch für das Titelphänomen, Kunst in der DDR. Diesen Beitrag weiterlesen »