Früherer Düster-Wave-Jüngling liest in Klagenfurt

23. Juni 2008 | Autor: Joachim Fildhaut

Martin von Arndt am kommenden Wochenende beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb

In Würzburg betrieb er um 1990 herum mit dem heutigen BR-Radiomann Ansgar Nöth die gothisch angewehte Gruppe »Printed at Bismarck’s Death«. Der Bandname entstammte einem Buch-Impressum und signalisierte: von Arndt hat’s mit Büchern.

So schrieb er nicht nur Printed-Texte, sondern auch Literatur, was ihm keine 15 Jahre später den Posten des Stadtschreibers von Rottweil eintrug. Auch verlagstechnisch hielt er sich eher an die kleinen Häuser, aus Überzeugung und weil die Stoffe und Formen des promovierten Religionswissenschaftlers nicht gerade mainstream-tauglich sind. Von Arndt wohnt mittlerweile in Stuttgart, arbeitet als Dozent für Kreatives Schreiben, ist stellvertretender Vorsitzender des Baden-Württembergischen Verbands Deutscher Schriftsteller.

Und Empfänger mehrerer Stipendien. Die ermöglichten ihm Recherchen für einen Ungarn-Roman, mit dem er seinen eigenen familiären Wurzeln folgt – ein literarisches Zukunftsprojekt. Einen tatsächlichen kleinen Durchbruch hatte er jüngst erst einmal mit Werk »ego shooter« über einen Computersüchtigen. Als »großer Wurf« gefeiert, trug ihm sein Romandebüt eine Einladung nach Klagenfurt zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ein. Ende dieser Woche (KW 26) rezitiert er unter 14 Kollegen, Leser können per Internet abstimmen: http://bachmannpreis.orf.at.

 


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