Aller guten Dinge sind drei …

8. Oktober 2008 | Autor: Jochen Kleinhenz

… manchmal auch vier, wie die mittlerweile vierte Staffel von Dennis Schützes Live-Talkshow »My Favourite Tracks«. Eindrücke vom Eröffnungsabend.

Die Idee an sich scheint nicht sonderlich originell, und das Format ist – im TV – fast durchgängig unerträglich. Dennoch lädt der Würzburger Musiker und Träger des letztjährigen Kulturförderpreises der Stadt Würzburg, Dennis Schütze, zum vierten Mal zu seiner gut zweistündigen Live-Talkshow, die jeden ersten Dienstag im Monat im nächsten Halbjahr bis März stattfindet – und der Besuch lohnt. Zu den Talk-Gästen gehörten bisher immer Personen, die zur Würzburger Kulturszene ein mehr oder weniger unmittelbares Verhältnis haben: von eher im Hintergrund Werkelnden (der Autor war selbst schon Gast, bei der ersten Staffel) bis hin zu kulturellen »Schwergewichten« aller Couleur. Mit einer Ausnahme – bisher waren noch keine Musiker geladen; das gab dem Konzept auch die besondere Note, denn zentrales Moment der gut zwei Stunden (mit kurzer Pause) sind die zehn Lieblings-Musikstücke, die Schützes Gegenüber mitbringen und die den roten Faden liefern für einen Dialog, der um Biografisches und Kulturelles kreist.

Gestern eröffnete Eberhard Schellenberger, Redaktionsleiter Hörfunk des Mainfrankenstudios des Bayerischen Rundfunks, kurzweilig die neue Staffel. Schellenberger ist nicht nur den B1/B2-Hörern ein Begriff – und er ist Medienprofi. Entsprechend souverän wirkte er neben einem ebenfalls (über bisher 18 Talk-Abende) gereiften Gastgeber. Fast ein bißchen zu schnell folgten Lieblingsstück und Gespräch im Wechsel – und ein bißchen zu knapp bemessen war die Aufmerksamkeit, die die beiden den aktuellen Diskussionsstoffen der Medienlandschaft, vor allem der digitalen, widmeten. Gerne hätte man etwas mehr über das Reizthema der öffentlich-rechtlichen Mediathek im Internet gehört, oder mehr zu Internetmedien wie Podcasts und Blogs (zu denen ja auch Zunder der Blog gehört). Immerhin wissen wir nun, daß Bayern 1 auch auf Mittelwelle sendet.

Musikalisch hat sich Schellenberger, nach einem Queen-Intro, als Freund der gemäßigten Klänge präsentiert; gelegentlich auch als Freund der spitzen Zunge – bei Biermösl Blosn und Häisd’n däisd vomm Mee lauschte auch das Publikum aufmerksam. Die Radiomelodie von Mark Knopfler wirkte jedoch eher sedierend.

Die eingangs erwähnte Ausnahme wird Schütze übrigens diesmal mit zwei praktizierenden Musikern als Gästen brechen: Christian Kabitz, Chorleiter in St. Johannis (4. November), und Stefan Hetzel, Komponist aus Eibelstadt (6. Januar). Daneben stehen noch Udo Walter (9. Dezember), Manfred Kunz (3. Februar) und Thomas Wachter (10. März) auf der Gästeliste. Für Vielfalt ist also weiterhin gesorgt – und vermutlich auch für gute Unterhaltung. Denn bisher war kaum ein Abend dabei, an dem es nicht doch lohnenswerte Einblicke in die Würzburger Kulturszene gab. Ein unbezahlbares Vergnügen – weshalb der Eintritt ja auch konsequent frei ist, von Anfang an.

www.myfavouritetracks.de

Siehe auch den Kommentar zum Abend auf Würzblog.


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