Am Brunnen vor dem Tore, da reift ein Blütentraum

24. Februar 2009 | Autor: Ulrich Pfannschmidt

Der Kiliansbrunnen kommt. Im späten Frühjahr wird er auferstanden sein, verjüngt und mit Prothesen. Eine mächtige Brunnenstube, zweieinhalb Meter breit, 12 Meter lang, wird ihn mit Wasser speisen. Es wird zwar nur halb soviel sein wie früher, dafür ist  die Stube größer. Denn in Zukunft werden Pumpen das Wasser in einem ewigen Kreislauf fördern, in die Schalen spritzen, fallen lassen und wieder fördern. Ein Schelm, wer da an Symbolik denkt. Damit solch ein ökologisches Wunder gelingt, wird das Wasser immer von neuem gereinigt, gefiltert, enthärtet und mit Chemikalien angereichert. Niemals mehr wird eine Alge das Wasser trüben.

Damit nicht genug, denn die Kräfte der Natur sind bekanntlich schwer zu bändigen. Wasser, Regen, Schnee und Eis setzen der Kunst zu. Ihnen zu trotzen werden die marmornen Schalen des Brunnens mit edlem Stahl aufgedoppelt, der Schaft mit Eisen aufgerüstet. Wind und Wetter werden vergeblich an ihm rütteln. Ein mächtige Bodenplatte hält ihn fest in der senkrechten Stellung, damit das Wasser allseits in gleicher Stärke abwärts ströme.

Noch fehlen ein paar Steine aus Carrara zur Vollendung. Auch ein paar Scheine täten gut. Was sind schon 1,4 Millionen  Euro, wir rechnen doch inzwischen mit Milliarden. Würzburger, lasst euch nicht lumpen!

Wer je am Kunstwert des Kiliansbrunnens gezweifelt hat, wird verstummen müssen. 

Der Kiliansbrunnen wird nicht einfach restauriert, ausgefeilte Technik adelt ihn zu einem Meisterwerk. Im Frühjahr wird er auferstanden sein, verjüngt und mit Prothesen.


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