Kiliansbrunnen nobilitiert!

1. April 2009 | Autor: Zunder

Kritik an Millionenrestaurierung entkräftet

Die nicht verstummende Kritik an der Luxusrestaurierung des Kiliansbrunnen hat einen herben Dämpfer erfahren. Wie aus dem Landesdenkmalamt in Bamberg zu erfahren war, hat sich die teure Arbeit gelohnt – einiges über 1 Million wird die Erneuerung des Brunnens kosten, die noch nicht vollständig finanziert ist –, und es wird die Ankündigung des Verschönerungsvereins bestätigt, der Brunnen sei bei der Erneuerung der Versinterung wie aus einem Jungbrunnen entstiegen. 

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Um dieses glanzvolle Ergebnis zu bestätigen, hat das Landesamt angekündigt, daß die Attrappe vor dem Bahnhof ihrerseits unter Denkmalschutz gestellt und einer neuen Verwendung zugeführt werde. Sie wird jetzt auf der Alten Mainbrücke die Schar der Heiligen vervollständigen, und Kilian kann so in seinen ansprechenden Farben der Brücke neuen Glanz verleihen. Die zahllosen Touristen werden es danken, haben sie doch ein verführerisches neues Motiv für ihre Schnappschüsse von der Brücke.

Am Mittwoch um 16 Uhr wird probehalber eine erste Aufstellung erfolgen, damit man sehen kann, wie sich dieser neue Ort als Standplatz eignet. 

Damit hat dieser gelungene und allgemein gepriesene Stellvertreter eine würdige Funktion und kann auch in Zukunft an die edlen Spender ganz nahe am Rathaus erinnern. Die Verdoppelung verdeutlicht, in wie enger Vertrautheit die Bürger der Stadt mit dem Spender, dem Kronprinzen, noch heute, nach über 100 Jahren, stehen. Denn töricht wäre, wenn die Demokratie die alten Symbole der Vergangenheit achtlos beseite räumen würde. Man erinnere sich, daß die wiederhergestellte Fassade des Doms aus derselben Zeit stammt. Zugleich beweisen Stadt und Landesdenkmalamt, wie aufgeschlossen und offen sie sich gegenüber neuen poppigen Formen und Farben zeigen.

Wie man hört, hat sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Löw selbst um die Finanzierung dieser Versetzung und Brückenneugestaltung gekümmert; seinem Kunstsinn ist ja auch die Restaurierung des einstens steinernen Originals mittels seines Antrags im Stadtrat zu verdanken.


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