Nachtrag zum Kiliansbrunnen

18. Mai 2009 | Autor: Berthold Kremmler

Das muß ja was Größeres gewesen sein, diese Inthronisation der Kiliansstatue auf dem Brunnen vergangenen Freitag – leider hat mir eine Umleitung auf der Autobahn diesen gewiß begeisternden Anblick vorenthalten. Etwas später waren jedenfalls nur noch ein paar versprengte Zaungäste da.

Und ohne begeisterndes Ambiente fehlte wohl der Funke, der auf mich Skeptiker hätte überspringen sollen: Der Brunnen erscheint mir viel plumper, als ich ihn in Erinnerung hatte, ich finde die verschiedenen Steintönungen nicht aufeinander abgestimmt – ob man das, wie es immer so schön heißt, »noch herauspoliert«?! – und vor allem ist die Statue selbst ernüchternd:  als Skulptur ein echter Langweiler. Er steht einfach da wie ein Ölgötze. Was für ein Omen für die Stadt!? Der wird nie dort hineinkommen, eher wird ihm die segnende Hand abfallen. Und der kann noch nicht einmal, wie die wunderbare Attrappe, andeuten, daß er den Rückzug antritt: »Ich bin dann mal weg«. Und für dieses fromme Zeichen der zögerlichen, leicht widerwilligen Präsenz haben wir einen solchen Batzen flüssig gemacht! Haben wenigstens die hiesigen Steinmetze ordentlich an diesem Steinberg verdient?!


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1 Kommentar zu „Nachtrag zum Kiliansbrunnen“

  1. Gerhard Brand sagt:

    Gottseidank – das Werk ist vollbracht. Sehr viel Lärm und das noch über mehrere Jahrzehnte, sogar über Jahrtausendwechsel hinweg.