Lounge-Jazz im Breitwandformat

3. August 2009 | Autor: Jochen Kleinhenz

Wie in den vergangenen Jahren, ist auch in diesem Jahr der Hafensommer nicht gerade arm an musikalischen Sensationen. Eine davon war gestern Abend zu sehen und zu hören: Die Jazz Big Band Graz, kurz jbbg, die als 18-köpfiges Ensemble auf der schwimmenden Bühne aufspielte.

Wie mein Sitznachbar richtig bemerkte, müsste dieser Sound eigentlich in den Charts vertreten sein – stattdessen tummelte sich eine eher überschaubare Anzahl an Zuhörern auf der Treppe. Die jedoch waren hartnäckig: Weder ein spontaner Regenschauer (natürlich mal wieder punktgenau zu Konzertbeginn) noch das Verklingen der (ersten) Zugabe konnte sie vertreiben, und so musste die Combo noch einmal antreten, um sich mit einer zweiten Zugabe dann endgültig zu verabschieden. Die Chemie stimmte jedenfalls, auch die Musiker waren schließlich begeistert vom ausdauernden Würzburger Publikum.

jbbg

jbbg zelebriert eine Art Lounge-Jazz im Breitwandformat – die Arrangements entfalteten sich auf einem satten elektronischen Groove, der zeitweise etwas behäbig daherkam, dann aber doch wieder zu packen verstand, so dass nicht nur die Gehirnwindungen, sondern auch die Gliedmaßen immer wieder in Bewegung gerieten. Sowohl der Gruppensound als auch die Solisten bewegten sich dabei auf allerhöchstem Niveau – dennoch bleiben vor allem zwei Einlagen besonders markant in Erinnerung. Zum einen Barbara Buchholz, die dem Theremin sagenhafte Klänge entlockte und das Instrument mit atemberaubender Handarbeit wie eine Operndiva singen ließ: das kann man nicht nacherzählen, das muss man einfach gehört und gesehen haben!

Die zweite Sensation: das Gesangstalent von Co-Leader Horst-Michael Schaffer, der neben seinem Trompetenspiel vor allem mit der Gesangseinlage bei »The smile of smiles« nicht nur sein stimmliches Vermögen unter Beweis stellte, sondern einen der emotional dichtesten Momente des Abends schuf.

Nächster Pflichttermin für musikalisch aufgeschlossene Hörerinnen und Hörer:
Mittwoch, 5. August, ab 20 Uhr: Doppelkonzert Iva BittovaSväng


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