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	<title>Kommentare zu: Kompetenz, Dilettantismus und Anmaßung I</title>
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	<description>Kulturnachrichten aus Würzburg und Mainfranken</description>
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		<title>Von: Zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25674</link>
		<dc:creator>Zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 20:12:26 +0000</pubDate>
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		<description>Ach ja, Sandkopf, schön dass du dich dafür interessierst! Aber es war keine lateinische Quelle. Der Satz stammt vom Deckel einer altgriechischen Aphorismensammlungsattrappe, die ich in der Regalabteilung von Ikea entdeckt habe. Liest du noch oder schreibst du schon? Jetzt weißt du bescheid. Yamas!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ach ja, Sandkopf, schön dass du dich dafür interessierst! Aber es war keine lateinische Quelle. Der Satz stammt vom Deckel einer altgriechischen Aphorismensammlungsattrappe, die ich in der Regalabteilung von Ikea entdeckt habe. Liest du noch oder schreibst du schon? Jetzt weißt du bescheid. Yamas!</p>
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		<title>Von: Sandkopf</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25672</link>
		<dc:creator>Sandkopf</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 16:43:20 +0000</pubDate>
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		<description>Ach, Zuckerpuppe, von wo hast du den Satz &quot;Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt&quot; aus dem Lateinischen übersetzt?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ach, Zuckerpuppe, von wo hast du den Satz &#8220;Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt&#8221; aus dem Lateinischen übersetzt?</p>
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		<title>Von: Zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25664</link>
		<dc:creator>Zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 12:20:20 +0000</pubDate>
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		<description>Selbstverständlich möchte ich diese Freude nicht einschränken. Auf eitles Auftrumpfen entlang dem Kanon kann ich gut verzichten; und es macht mehr Spaß, eine heitere Replik (&quot;Mehr Licht!&quot;) zu lesen, als Quellenzweifel zu hegen. 

Dabei erzwingt Kremmlers Duktus und Themenwahl intellektuelle Auseinandersetzung, die sich lohnt. Noch größer wäre der Gewinn, würde er sich ohne die schon an anderer Stelle von Krampus kritisierte Lehrerhaltung  darauf einlassen, die gelegentlich Züge von Unerbittlichkeit offenbart.  

Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt. Soll es doch die Werkzeuge bereithalten, mit denen sich die Welt, wenn schon nicht verändern, so doch interpretieren lässt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstverständlich möchte ich diese Freude nicht einschränken. Auf eitles Auftrumpfen entlang dem Kanon kann ich gut verzichten; und es macht mehr Spaß, eine heitere Replik (&#8220;Mehr Licht!&#8221;) zu lesen, als Quellenzweifel zu hegen. </p>
<p>Dabei erzwingt Kremmlers Duktus und Themenwahl intellektuelle Auseinandersetzung, die sich lohnt. Noch größer wäre der Gewinn, würde er sich ohne die schon an anderer Stelle von Krampus kritisierte Lehrerhaltung  darauf einlassen, die gelegentlich Züge von Unerbittlichkeit offenbart.  </p>
<p>Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt. Soll es doch die Werkzeuge bereithalten, mit denen sich die Welt, wenn schon nicht verändern, so doch interpretieren lässt.</p>
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		<title>Von: Formfehlerfreunde Feitshöchheim</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25655</link>
		<dc:creator>Formfehlerfreunde Feitshöchheim</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 10:51:43 +0000</pubDate>
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		<description>Auch wir begrüssen den Anstieg der Aktivitäten in diesem Medium und erlauben uns, zuerst einmal den Autoren resp. Herausgeber zu verteidigen: Wenn auch Benjamin wohl zitiert werden sollte, so zeigt die Form (keine An- und Abführung, kein Quellenhinweis) doch deutlich, dass Kremmler sich hier eine vor langer Zeit gelesene Sentenz in seine Gedankenwelt einverleibt hat, ohne diese auf Abruf und im Detail bzw. Kontext parat zu haben; Kremmlers Analyse wird mit der gewählten Aussage pointiert, der Verweis auf fremde Urheberschaft erscheint uns als korrektes Verhalten, wenn auch nicht in wissenschaftlichem Sinne – ob daraus gleich ein &quot;Modeschmuck für eigene Texte&quot; wird, sei dahingestellt (was, wenn er nicht Benjamin als Bezugspunkt genannt hätte?). Wir müssen, wenn wir dem Energieversorger Beine machen wollen, eher auf &quot;Mehr Licht!&quot; bestehen – und dafür ist es nicht von Bedeutung, welcher alte Mann welchen Satz zu welchem Zeitpunkt seines Schaffens von sich gegeben hat!
Uns beunruhigt jedoch – und dies gilt gerade auch für Kremmlersche Texte –, wie sehr die Diskussionen (und gefällten Urteile) sich an jenem bildungsbürgerlichen Kanon zu orientieren scheinen, dessen Niedergang schon vor der Nazidiktatur begann. Muss man denn spekulieren, ob Fried Heuler Remarque oder Jünger gelesen hat? Geht es denn nicht zuerst um die Benennung von Missständen in lokaler Politik und Kultur – und dies nicht unbedingt mit Blick auf Konzepte der Vergangenheit, sondern auf die Folgen für die Zukunft?
Die Welt wird nicht vom heimischen Bücherregal aus verändert ... auch wenn wir verschämt zugeben, dass wir uns mit unserem Bücherregal täglich stundenlang beschäftigen. Über Formfehler sehen wir jedoch gerne hinweg, wenn damit einer wichtigen Sache Gutes getan wird – und freuten uns, wenn Piepmatz und Zuckerpuppe diese unsere Ansicht teilen würden.
FFF.F</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wir begrüssen den Anstieg der Aktivitäten in diesem Medium und erlauben uns, zuerst einmal den Autoren resp. Herausgeber zu verteidigen: Wenn auch Benjamin wohl zitiert werden sollte, so zeigt die Form (keine An- und Abführung, kein Quellenhinweis) doch deutlich, dass Kremmler sich hier eine vor langer Zeit gelesene Sentenz in seine Gedankenwelt einverleibt hat, ohne diese auf Abruf und im Detail bzw. Kontext parat zu haben; Kremmlers Analyse wird mit der gewählten Aussage pointiert, der Verweis auf fremde Urheberschaft erscheint uns als korrektes Verhalten, wenn auch nicht in wissenschaftlichem Sinne – ob daraus gleich ein &#8220;Modeschmuck für eigene Texte&#8221; wird, sei dahingestellt (was, wenn er nicht Benjamin als Bezugspunkt genannt hätte?). Wir müssen, wenn wir dem Energieversorger Beine machen wollen, eher auf &#8220;Mehr Licht!&#8221; bestehen – und dafür ist es nicht von Bedeutung, welcher alte Mann welchen Satz zu welchem Zeitpunkt seines Schaffens von sich gegeben hat!<br />
Uns beunruhigt jedoch – und dies gilt gerade auch für Kremmlersche Texte –, wie sehr die Diskussionen (und gefällten Urteile) sich an jenem bildungsbürgerlichen Kanon zu orientieren scheinen, dessen Niedergang schon vor der Nazidiktatur begann. Muss man denn spekulieren, ob Fried Heuler Remarque oder Jünger gelesen hat? Geht es denn nicht zuerst um die Benennung von Missständen in lokaler Politik und Kultur – und dies nicht unbedingt mit Blick auf Konzepte der Vergangenheit, sondern auf die Folgen für die Zukunft?<br />
Die Welt wird nicht vom heimischen Bücherregal aus verändert &#8230; auch wenn wir verschämt zugeben, dass wir uns mit unserem Bücherregal täglich stundenlang beschäftigen. Über Formfehler sehen wir jedoch gerne hinweg, wenn damit einer wichtigen Sache Gutes getan wird – und freuten uns, wenn Piepmatz und Zuckerpuppe diese unsere Ansicht teilen würden.<br />
FFF.F</p>
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		<title>Von: Zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25653</link>
		<dc:creator>Zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 22:22:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=370#comment-25653</guid>
		<description>Trotz eines konkreten Anlasses mochte ich allgemein beginnen: Mir gefällt, dass es hier ein wenig lebhafter zugeht in den letzten Tagen, und es ist überraschend, wie viel Gesichtspunkte inzwischen in der Debatte um die Heuleriade deutlich geworden sind. Bisher habe ich die Entwicklung mit passivem Interesse verfolgt, gelegentlich auch ein wenig belustigt über die Ernsthaftigkeit bei der Zitatenhuberei. 

Muss man ein schönes Wort, dass einem Beitrag mehr Gewicht und der Belesenheit des Autors helleren Glanz verleiht, so zerpflücken, wie es zuletzt der Kommentator Piepmatz im Skulpturenstreit getan hat? Meine erste Antwort war: Nein! Nun aber, und damit werde ich konkret, bin ich selbst über den von Herrn Kremmler überlieferten Satz Walter Benjamins gestolpert, mit dem er seinen neuen Text abschließt. 

Ich darf mir zugute halten, Benjamin ein wenig gelesen zu haben. Die Lektüre war nicht umfassend, aber eben doch ertragreich genug, um „Hoffnung ist nur den Hoffnungslosen gegeben“ für merkwürdig flach und leider auch frisiert zu halten. Benjamins Werk ist groß; und sollte ich mich täuschen, so bitte ich um Nachsicht. Aber ging das nicht so: &quot;Um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.&quot;? Es ist dies der Schlußsatz aus Benjamins Essay über Goethes „Wahlverwandtschaften“. Eine vielschichtige Formel, die zu diskutieren mir die Kompetenz fehlt. Wer mag, kann sich in diesem Zusammenhang von Micha Brumliks Aufsatz „Benjamin und die Kindheit“ in der Nummer 12/2008 der Zeitschrift „Literaturen“ anregen lassen. 

Nicht zu diskutieren, sondern zu vermeiden gilt es nach meiner Überzeugung aber, bei der Auswahl von Zitaten ihren Kontext durch Nichtnennung zu verschleiern oder sie gar durch Verkürzung zum leider falsch glänzenden Modeschmuck für eigene Texte zu machen. Wovor sich Kommentatoren hüten, davor sollten auch Redakteure Abstand halten. Niemand käme wohl bei einem Stromausfall in der eigenen Wohnung auf die Idee, der Reklamation beim Energieversorger mit dem Zitat aus der Schöpfungsgeschichte „Es werde Licht!“ mehr Gewicht verleihen zu wollen, nur weil ihr Protagonist eine gewichtigere Figur ist als man selbst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz eines konkreten Anlasses mochte ich allgemein beginnen: Mir gefällt, dass es hier ein wenig lebhafter zugeht in den letzten Tagen, und es ist überraschend, wie viel Gesichtspunkte inzwischen in der Debatte um die Heuleriade deutlich geworden sind. Bisher habe ich die Entwicklung mit passivem Interesse verfolgt, gelegentlich auch ein wenig belustigt über die Ernsthaftigkeit bei der Zitatenhuberei. </p>
<p>Muss man ein schönes Wort, dass einem Beitrag mehr Gewicht und der Belesenheit des Autors helleren Glanz verleiht, so zerpflücken, wie es zuletzt der Kommentator Piepmatz im Skulpturenstreit getan hat? Meine erste Antwort war: Nein! Nun aber, und damit werde ich konkret, bin ich selbst über den von Herrn Kremmler überlieferten Satz Walter Benjamins gestolpert, mit dem er seinen neuen Text abschließt. </p>
<p>Ich darf mir zugute halten, Benjamin ein wenig gelesen zu haben. Die Lektüre war nicht umfassend, aber eben doch ertragreich genug, um „Hoffnung ist nur den Hoffnungslosen gegeben“ für merkwürdig flach und leider auch frisiert zu halten. Benjamins Werk ist groß; und sollte ich mich täuschen, so bitte ich um Nachsicht. Aber ging das nicht so: &#8220;Um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.&#8221;? Es ist dies der Schlußsatz aus Benjamins Essay über Goethes „Wahlverwandtschaften“. Eine vielschichtige Formel, die zu diskutieren mir die Kompetenz fehlt. Wer mag, kann sich in diesem Zusammenhang von Micha Brumliks Aufsatz „Benjamin und die Kindheit“ in der Nummer 12/2008 der Zeitschrift „Literaturen“ anregen lassen. </p>
<p>Nicht zu diskutieren, sondern zu vermeiden gilt es nach meiner Überzeugung aber, bei der Auswahl von Zitaten ihren Kontext durch Nichtnennung zu verschleiern oder sie gar durch Verkürzung zum leider falsch glänzenden Modeschmuck für eigene Texte zu machen. Wovor sich Kommentatoren hüten, davor sollten auch Redakteure Abstand halten. Niemand käme wohl bei einem Stromausfall in der eigenen Wohnung auf die Idee, der Reklamation beim Energieversorger mit dem Zitat aus der Schöpfungsgeschichte „Es werde Licht!“ mehr Gewicht verleihen zu wollen, nur weil ihr Protagonist eine gewichtigere Figur ist als man selbst.</p>
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