Unerhört!

26. Oktober 2009 | Autor: Ulrich Pfannschmidt

Der Verschönerungsverein hat dem Stadtrat wegen der Genehmigung des Bruno-Werk’schen Bauvorhabens an der Spiegelstrasse Ignoranz, Geschichtsvergessenheit und Zerstörung der Stadt vorgeworfen. Der Oberbürgermeister Georg Rosenthal hat sich eine Kritik an der Entscheidung der gewählten Stadträte mit dem Vorwurf verbeten, sie sei unterirdisch.

Kritik an gewählten Vertretern des Volkes grenzt nicht nur an Majestätsbeleidigung, sie ist auch eine. Was glauben die Wähler, sich noch alles erlauben zu können? Was maßt sich dieses Volk, der große Lümmel, eigentlich an! Es muss doch reichen, wenn man es alle paar Jahre mal an die Wahlurnen lässt.

Selten teile ich die Meinungen des Verschönerungsvereins, aber äußern dürfen muss er sie schon. Auch wenn er nicht das Volk von Würzburg, höchstens ein Teil von ihm ist. Demokratie lebt von der Freiheit der Meinung, nicht von der Bequemlichkeit der derer, denen Macht auf Zeit geliehen ist. Und ihr Salz ist Vielstimmigkeit.

Nicht zu übersehen ist, hier geht es um Glaubwürdigkeit der Stadt, das kostbarste Gut der Politik. Sie argumentiert mit dem erwünschten Bau von sozialen Wohnungen und vergisst zu erwähnen, dass zwei Geschosse des Gebäudes gewerblich genutzt werden sollen. Sie argumentiert, der Bau sei das Ergebnis eines Wettbewerbs. Gut, wo ist dann das Protokoll der Jury. Wer gehörte ihr an? Warum äußern sich die Preisrichter nicht? Die Antwort ist einfach!  Es war kein ordentliches Verfahren nach den Regeln für Wettbewerbe, wie man uns vorgaukeln will.


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