Autorenarchiv

Miniwelttheater in Briefen

Samstag, 3. April 2010

»Liebe verhasste Mama« hatte deutschsprachige Erstaufführung am Torturmtheater

Mit 31 Jahren verlässt er das Hotel Mama, zieht von New York nach Los Angeles und will Dichter statt Buchhalter werden. Es folgt eine große Pendelbewegung durch die Vereinigten Staaten. Mutters unverhoffte Indienfahrt entspricht dieser »Aventuire«; dochdoch, so kann man’s nennen. (mehr …)

Bunte Waldmenschen

Montag, 15. Februar 2010

Viel Tamtam um neues Musical am Mainfranken-Theater

Frank Felicetti ist ein Tausendsassa. Besonders gut behauptet er sich als Schauspieler-Sänger in fetzigen Musicals auf diversen Gastbühnen. Nun hat er selbst eins geschrieben und auf der mainfränkischen Regionalbühne untergebracht, auf der er einst gute Figur als Gast im »Kleinen Horrorladen« machte.

»Es ist nur eine Legende«, werben die Plakate für »Goscior, der Zwischenweltler«. Es ist nur ein Märchen, so lässt sich das Genre umreißen. (mehr …)

Kino holt Zuschauer ab

Freitag, 15. Januar 2010

36. Internationales Filmwochenende – Das erste Ereignis im kulturellen Jahreskalender der Stadt zeigt neues Profil. Mitgestalten kann jeder. Ein Gespräch mit dem Filminitiative-Sprecher Hannes Tietze.

Das Internationale Filmwochenende legte lange einen Schwerpunkt aufs Kino aus dem romanischen Sprachraum. Wohin hat sich euer Image inzwischen entwickelt?
Unser langjähriger Vorsitzender Berthold Kremmler war studierter Romanist, daher war unser erster Schwerpunkt natürlich geboren. Aber diese Konzentration auf italienische und französische Filme hat sich durch unsere Mitarbeiter weiterentwickelt, die andere Länder ins Spiel bringen. Dieses Jahr zeigen wir zum Beispiel einige Independent-Streifen aus den USA, denn wir haben neue Mitarbeiter, die sich speziell dafür interessieren und darum kümmern. (mehr …)

Kunst in der DDR

Montag, 16. November 2009

bis 28. Februar, Deutschordensmuseum, Bad Mergentheim

Ein mystischer Schleier liegt über den Kolchosniki, die Werner Tübke in der fernen Bruderrepublik malte. Diese Bauern sind die einzigen, die ihren Stand in der Ausstellung repräsentieren. Dabei hatte man immer gedacht, triumphierende Traktorfahrerinnen u. dgl. seien typisch für das Titelphänomen, Kunst in der DDR. (mehr …)

Nur Natur

Mittwoch, 16. September 2009

Bald wird die Ausstellung mit Landschaften des Pool-Porträtisten David Hockney wieder eingekastelt. Ich würde noch mal hinfahren, aus welchem Grund auch immer. (mehr …)

Töle verduftet, Schauspieler entdeckt

Montag, 17. August 2009

Die deutschsprachige Erstaufführung von »Toutou« im Torturmtheater ist zugleich das Sommerhausen-Debüt von Markus Fisher. Der Mann ist eine große Entdeckung, das Stück hat einen kleinen Strickfehler.

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch kann tief gründen. Sie bietet viele Variationen und großen, oft befremdlichen und schon deswegen komiktauglichen Detailreichtum. Diese weite Spielwiese loteten die Autoren Daniel Besse und Agnès Tutenuit in »Toutou« aus. Das Torturmtheater Sommerhausen sicherte sich für den 13. August die deutschsprachige Erstaufführung. (mehr …)

Vermarktungseskapaden

Donnerstag, 6. August 2009

Herbert Mehlers Kavex-Skulptur „»Bella Donna II«“ lädt Touristen zu Erweckungserlebnissen ein. Offener Brief.

Hallo Herbert Mehler,

vor deinen Skulpturen der Reihe Kavex hatte ich seit meinem ersten Kontakt großen Respekt. Stellst du damit dreimeterhohe Pflanzensamen oder monolithische Stelen aus anderer Welt dar? Oder beides? (mehr …)

Chöre der Wurschtigkeit

Mittwoch, 27. Mai 2009

»Die Kleinbürger« am Mainfranken Theater Würzburg

Träumen, Gerechtigkeit, die Dinge verändern – Wörter wie diese hatten im zaristischen Russland um 1900 revolutionäre Sprengkraft. Sie bewegen die junge Generation in Maxim Gorkis Drama »Die Kleinbürger«, das sich in einer vielfach aufgebürstelten Inszenierung am Mainfranken-Theater interessant machen will. Dabei könnten die Figuren mit ihren Konflikten ohne alle Mätzchen auch vor einem heutigen Publikum bestehen – aber schlicht den Text zu spielen wagt ja heute keiner mehr. (mehr …)

Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

Freitag, 1. Mai 2009

Vor der Landesausstellung in der Residenz

Im Implantat: Das Barockschloss enthält eine Zeitblase der 1950er Jahre und ihrer Vorgeschichte, ab ’33. Hunderte von Exponaten werden in den nächsten Monaten die Aufmerksamkeit des Besuchers von der halluzinatorischen Raumstruktur in der Residenz ablenken. (mehr …)

Der Tod kommt rosarot

Samstag, 18. April 2009

Eric-Emmanuel Schmitt im Torturmtheater

Das Leben ist so, wie ein zehnjähriger Junge es in seinen Briefen an den lieben Gott ausmalt. Dass der Kleine mit seinen Geschichten Recht behält, dafür sorgt ein Großer: der philosophierende Autor Eric-Emmanuel Schmitt, der sich diesen Oskar schließlich ausgedacht hat: ein leukämiekrankes, sterbendes Kind, dessen Energien von einer ehrenamtlichen Betreuerin, eben der Dame in Rosa, noch einmal freigesetzt werden. (mehr …)

Wieder Puccini. Diesmal konzertant in Kostümen

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Die jüngste Operninszenierung im Mainfranken-Theater ergibt sich dem konservativen Publikum. Laut und bunt genügt dem Würzburger Mehrheitsbesucher des Musiktheaters nicht. Es darf, drittens, auch kein Regiegedanke von der Lautstärke im Orchestergraben und von der Farbigkeit auf der Bühne ablenken. (mehr …)

Früherer Düster-Wave-Jüngling liest in Klagenfurt

Montag, 23. Juni 2008

Martin von Arndt am kommenden Wochenende beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb

In Würzburg betrieb er um 1990 herum mit dem heutigen BR-Radiomann Ansgar Nöth die gothisch angewehte Gruppe »Printed at Bismarck’s Death«. Der Bandname entstammte einem Buch-Impressum und signalisierte: von Arndt hat’s mit Büchern. (mehr …)

Seebühne unterm Weinberg

Montag, 23. Juni 2008

25. Juli bis 17. August – Der Würzburger Hafensommer gibt uns den Glauben an die Kontinuität der Kulturgeschichte zurück. Außerdem kann sich das Programm inhaltlich sehen und hören lassen.

Experimente mit abgeschrägtem Wohlklang finden nur schwer eine Bühne. Veranstalter reden sich ein: Das wollen zu wenige hören, ist ein Geschäftsrisiko, da leg ich drauf. Und dann auch noch open air! Aber in diesem Sommer gibt es sie: wagemutige Musik unter freiem Himmel. (mehr …)