Autorenarchiv

Unerhört!

Montag, 26. Oktober 2009

Der Verschönerungsverein hat dem Stadtrat wegen der Genehmigung des Bruno-Werk’schen Bauvorhabens an der Spiegelstrasse Ignoranz, Geschichtsvergessenheit und Zerstörung der Stadt vorgeworfen. Der Oberbürgermeister Georg Rosenthal hat sich eine Kritik an der Entscheidung der gewählten Stadträte mit dem Vorwurf verbeten, sie sei unterirdisch. (mehr …)

Das unbekannte Erbe – der Wiederaufbau von Würzburg

Montag, 26. Oktober 2009

Viele Würzburger halten das Zentrum ihrer Stadt für alt. Sie nehmen nicht wahr, dass die Stadt innerhalb des Glacis, des ehemaligen Befestigungsringes, in kleinen Teilen rekonstruiert und in weiten Bereichen nach der Zerstörung am 16. März 1945 völlig neu errichtet worden ist. In den Ritualen des Gedenkens wird zwar regelmäßig auf die Katastrophe hingewiesen, der folgende Wiederaufbau aber kaum angesprochen. Staub und Patina an den Gebäuden und eine unübersehbare Verlotterung des öffentlichen Raumes stützen die Ansicht, zumal die Mehrheit der Bürger sich durch die Gnade ihrer späten Geburt kaum an die Jahre des Wiederaufbaus erinnern kann, immerhin sind seit der Bombardierung schon vierundsechzig Jahre vergangen. So stark die Zerstörungen das Bild der Stadt auch verändert haben, das unmittelbar folgende Ende des Krieges hat die Stadt davor bewahrt, in ganz anderer Weise durch den geplanten Ausbau zur Gauhauptstadt entstellt und vernichtet zu werden. (mehr …)

Am Brunnen vor dem Tore, da reift ein Blütentraum

Dienstag, 24. Februar 2009

Der Kiliansbrunnen kommt. Im späten Frühjahr wird er auferstanden sein, verjüngt und mit Prothesen. Eine mächtige Brunnenstube, zweieinhalb Meter breit, 12 Meter lang, wird ihn mit Wasser speisen. Es wird zwar nur halb soviel sein wie früher, dafür ist  die Stube größer. Denn in Zukunft werden Pumpen das Wasser in einem ewigen Kreislauf fördern, in die Schalen spritzen, fallen lassen und wieder fördern. Ein Schelm, wer da an Symbolik denkt. (mehr …)

Die Stadt der toten Brunnen

Freitag, 18. Juli 2008

Überall herrscht Überfluß. Waren, Bilder, Töne prasseln nieder. Sie reizen Nasen, Augen und Ohren. Versuchung allenthalben. Genuß und Kauf sind patriotische Taten, sind Bürgerpflicht; die Wirtschaft muß blühen. Und die folgsamen Lemminge ziehen von Event zu Event, von Konsumtempel zu Konsumtempel. Nirgends ist Ruhe, ist Einhalt, nirgends Erlösung. (mehr …)

Gedanken beim Betrachten einer Ausstellung

Donnerstag, 26. Juni 2008

Blicke auf Würzburg: Positiv–Negativ, 20.5.-20.6.2008 
im Treffpunkt Architektur, Herrnstrasse 3, Würzburg.

Im Himmel über den griechischen Städten der Antike hauste ein Volk von Göttern, die alle, wirklich alle menschlichen Eigenschaften, Tugenden, Laster, Glück und Hass in sich trugen. Der oberste von ihnen, Göttervater Zeus, war ein besonderer Liederjahn. Seine höchste Lust  waren das Schleudern von Blitzen und das Verführen irdischer Mädchen, was seine Frau Hera ständig in rasende Eifersucht versetzte. Sie kennen die Sache mit Europa. Der Fall beschäftigt uns noch immer. (mehr …)