Archiv für die Kategorie „Architektur“

Der Scheintote im Husarenwäldchen

Mittwoch, 4. September 2013

Ich durfte heute den bekannten Würzburger Denkmalexperten Berthold Kremmler anlässlich seiner Exkursion zum Kriegerdenkmal im Husarenwäldchen begleiten, als Vorbereitung auf den »Tag des offenen Denkmals«. (mehr …)

Genug ist nicht genug …

Donnerstag, 27. Oktober 2011

… noch einmal zu Fried Heulers Kriegerdenkmal von 1932

Wie jedes Jahr um diese Zeit nahen die Gedenkreden an den Denkmälern. Ob dieses Jahr der Buchtitel eines Spezialisten größeren Nachhall findet als in der Vergangenheit, »Denken statt Denkmalen« von Wolfgang Wippermann, darf mit Spannung erwartet werden. Wahrscheinlich wird wieder die süße Soße der Verallgemeinerung über Gerechte und Ungerechte ausgegossen, werden die Gefallenen betrauert, deren Tapferkeit bestenfalls sinnlos war und über die man nach wie vor nicht laut sagen mag, daß sie in einem verbrecherischen Krieg für verbrecherische Ziele ihr Leben gelassen haben und es nichts, aber auch gar nichts von Ehre, Vaterland und Verteidigung der Heimat und Familie zu beschwören gibt. (mehr …)

Au weia, Ihr Stadtverschönerungs-Riesenzwerge

Mittwoch, 28. September 2011

Das hat gesessen – die Mahnung, daß der neu zu gestaltende Turm – ich nenne seinen augenblicklich gehandelten Namen nicht, der so scheußlich und widersinnig ist wie die ästhetische Planung! – auch ins Ensemble der Augustinerstraße passen muß. Wenn das ein Gericht verkündet, dessen Aufgabe mitnichten ästhetische Fragen sind, dann muß es schlimm stehen.

Aber solche Hilflosigkeiten gehören in eine neuere Entwicklung.
Als vor einigen Jahren das neue »Forum« am Markt mit seinem Dachlatten-Äußeren eingeweiht wurde und Kritik aus allen Ecken ertönte, kamen aus den Stadtbau-Räumen beruhigende Äußerungen: in ein paar Jahren sei die Aufregung vergessen.
Sie ist es mitnichten. (mehr …)

Unerhört!

Montag, 26. Oktober 2009

Der Verschönerungsverein hat dem Stadtrat wegen der Genehmigung des Bruno-Werk’schen Bauvorhabens an der Spiegelstrasse Ignoranz, Geschichtsvergessenheit und Zerstörung der Stadt vorgeworfen. Der Oberbürgermeister Georg Rosenthal hat sich eine Kritik an der Entscheidung der gewählten Stadträte mit dem Vorwurf verbeten, sie sei unterirdisch. (mehr …)

Kompetenz, Dilettantismus und Anmaßung I

Montag, 26. Oktober 2009

Vor Jahren gab es in Würzburg den berühmten Baukunstbeirat, besetzt mit kompetenten Architekten und sonstigen Kennern aus der Stadt, die sich um Bauvorhaben und Stadtbild zu kümmern hatten. Warum und woran er damals gescheitert ist, weiß ich nicht mehr im Detail. Aber ich erinnere mich an eine denkwürdige Veranstaltung im Spitäle mit Stadträten und OB-Kandidaten vor der vorletzten Kommunalwahl, bei der einer der Kandidaten mit dem Brustton der Überzeugung meinte, der Beirat sei überflüssig, »Wir können das genauso gut allein«. Die Folgen sind bekannt. (mehr …)

Das unbekannte Erbe – der Wiederaufbau von Würzburg

Montag, 26. Oktober 2009

Viele Würzburger halten das Zentrum ihrer Stadt für alt. Sie nehmen nicht wahr, dass die Stadt innerhalb des Glacis, des ehemaligen Befestigungsringes, in kleinen Teilen rekonstruiert und in weiten Bereichen nach der Zerstörung am 16. März 1945 völlig neu errichtet worden ist. In den Ritualen des Gedenkens wird zwar regelmäßig auf die Katastrophe hingewiesen, der folgende Wiederaufbau aber kaum angesprochen. Staub und Patina an den Gebäuden und eine unübersehbare Verlotterung des öffentlichen Raumes stützen die Ansicht, zumal die Mehrheit der Bürger sich durch die Gnade ihrer späten Geburt kaum an die Jahre des Wiederaufbaus erinnern kann, immerhin sind seit der Bombardierung schon vierundsechzig Jahre vergangen. So stark die Zerstörungen das Bild der Stadt auch verändert haben, das unmittelbar folgende Ende des Krieges hat die Stadt davor bewahrt, in ganz anderer Weise durch den geplanten Ausbau zur Gauhauptstadt entstellt und vernichtet zu werden. (mehr …)

»Identitätsstiftung« vom Kiliansbrunnen herab

Sonntag, 16. August 2009

Während anderswo die Sommerlöcher vermessen und mit allem möglichen Müll gefüllt werden, sehen wir in Würzburg uns den großen, den bewegenden Themen gegenüber. Man weiß gar nicht, wo anfangen, wo aufhören. Ob das die »Bella Donna« als Beginn der Skulpturen-Promenade am Alten Hafen ist, ob die Einweihung des renovierten Neumünsters mit all seinen spektakulären Neuerungen (etwa der aus einem rotem Buntsandstein-Becken herauswachsende Cortenstahl-Kerzenhalter), ob die Wiedererrichtung des Kiliansbrunnens vor dem Bahnhof oder die heiße Diskussion eines Werbe-Slogans für die Stadt, ob das Fließen vieler Brunnen oder der Erfolg des Hafensommers  – überall gehen die Wogen hoch und die Kommentare von allen Seiten tief. (mehr …)

Die Gnade des frühen Baubeginns

Sonntag, 14. Juni 2009

oder: Schweinfurt und seine »Gottbegnadeten«

Glücklich die Zeiten, in denen man ohne Hintergedanken sich auf seine »Alten Meister« beziehen, ihrer gedenken und sie feiern konnte. Kein Fettnäpfchen, in das die Nachgeborenen hätten tappen können. Glücklich solche Zeiten.

Schweinfurt hat jetzt das Ernst-Sachs-Bad, gebaut 1931 bis 33, gestiftet von einer der großen Mäzenatenfamilien der Stadt – daher der Name –, wieder herrichten lassen, um es einer neuen Bestimmung zuzuführen, einer Galerie für moderne Kunst. Ein solches Unterfangen ist, für eine so kleine Stadt wie Schweinfurt, lobenswert, ja vorbildlich. Ein kleines Bedauern allerdings  stellt sich ein. (mehr …)

Nachtrag zum Kiliansbrunnen

Montag, 18. Mai 2009

Das muß ja was Größeres gewesen sein, diese Inthronisation der Kiliansstatue auf dem Brunnen vergangenen Freitag – leider hat mir eine Umleitung auf der Autobahn diesen gewiß begeisternden Anblick vorenthalten. Etwas später waren jedenfalls nur noch ein paar versprengte Zaungäste da. (mehr …)

Auf Flügeln des Gesangs: Kilian schwebt ein

Donnerstag, 14. Mai 2009

Pinocchio ist an allem schuld!

Der Provinzposse von Weltniveau anderer Teil

Würzburg hat einen neuen Aufschwung genommen. Der »Würzburger Orchestergrabenkrieg« (wie die FAZ titelte) ist fast ganz beerdigt, man kann die Nase wieder in die Luft strecken und sie sich um diese streichen lassen – wir befinden uns wieder in höheren, um nicht zu sagen ins Transzendente abdriftenden Gefilden: Kilian ist im Anflug – man bedenke seine künftige Höhenposition. (mehr …)

Kiliansbrunnen nobilitiert!

Mittwoch, 1. April 2009

Kritik an Millionenrestaurierung entkräftet

Die nicht verstummende Kritik an der Luxusrestaurierung des Kiliansbrunnen hat einen herben Dämpfer erfahren. Wie aus dem Landesdenkmalamt in Bamberg zu erfahren war, hat sich die teure Arbeit gelohnt – einiges über 1 Million wird die Erneuerung des Brunnens kosten, die noch nicht vollständig finanziert ist –, und es wird die Ankündigung des Verschönerungsvereins bestätigt, der Brunnen sei bei der Erneuerung der Versinterung wie aus einem Jungbrunnen entstiegen. (mehr …)

St. Bruno deckt die Blößen zu

Montag, 23. März 2009

Viele deutlich sichtbare Lücken gibt es in der Innenstadt nicht mehr zu schließen. Eher ist man geneigt, nicht bis zum äußersten geschlossene Hausfluchten als Raum zum Atmen zu empfinden. (mehr …)

Am Brunnen vor dem Tore, da reift ein Blütentraum

Dienstag, 24. Februar 2009

Der Kiliansbrunnen kommt. Im späten Frühjahr wird er auferstanden sein, verjüngt und mit Prothesen. Eine mächtige Brunnenstube, zweieinhalb Meter breit, 12 Meter lang, wird ihn mit Wasser speisen. Es wird zwar nur halb soviel sein wie früher, dafür ist  die Stube größer. Denn in Zukunft werden Pumpen das Wasser in einem ewigen Kreislauf fördern, in die Schalen spritzen, fallen lassen und wieder fördern. Ein Schelm, wer da an Symbolik denkt. (mehr …)

Offener Brief an den Vorstand des Verschönerungsvereins

Dienstag, 22. Juli 2008

von Berthold Kremmler, Gosbertsteige 2, 97082 Würzburg

zur Beilage der „Bürgerinitiative Alandsgrund“ zu den Vereinsnachrichten Nr. 45 vom Juli 2008
(Bürgerentscheid am 27.7.08 über den Neubau der FH)

Sehr geehrter Vorstand,

bei der Mitgliederversammlung des Verschönerungsvereins am 30.6. war beiläufig davon die Rede, daß der VVW die Bürgerinitiative unterstütze. Diese ideologische Schlagseite schien mir einer Diskussion nicht wert, da in diesem Rahmen folgenlos. Mit der Beilage des Faltblatts in den Vereinsnachrichten vom gestrigen Tag  ergreifen Sie laut und entschieden Partei.

Diese Ihre Festlegung darf nicht unwidersprochen bleiben. (mehr …)

Die Stadt der toten Brunnen

Freitag, 18. Juli 2008

Überall herrscht Überfluß. Waren, Bilder, Töne prasseln nieder. Sie reizen Nasen, Augen und Ohren. Versuchung allenthalben. Genuß und Kauf sind patriotische Taten, sind Bürgerpflicht; die Wirtschaft muß blühen. Und die folgsamen Lemminge ziehen von Event zu Event, von Konsumtempel zu Konsumtempel. Nirgends ist Ruhe, ist Einhalt, nirgends Erlösung. (mehr …)

Gedanken beim Betrachten einer Ausstellung

Donnerstag, 26. Juni 2008

Blicke auf Würzburg: Positiv–Negativ, 20.5.-20.6.2008 
im Treffpunkt Architektur, Herrnstrasse 3, Würzburg.

Im Himmel über den griechischen Städten der Antike hauste ein Volk von Göttern, die alle, wirklich alle menschlichen Eigenschaften, Tugenden, Laster, Glück und Hass in sich trugen. Der oberste von ihnen, Göttervater Zeus, war ein besonderer Liederjahn. Seine höchste Lust  waren das Schleudern von Blitzen und das Verführen irdischer Mädchen, was seine Frau Hera ständig in rasende Eifersucht versetzte. Sie kennen die Sache mit Europa. Der Fall beschäftigt uns noch immer. (mehr …)

Würzburger Nüsse – taube und pralle II

Mittwoch, 11. Juni 2008

»… der Brunnen Übersteigung …« (der andere lyrische Brunnenheilige)

–  am Ende: der Kiliansbrunnen. 

»… denn alles, was entsteht,/
ist wert, daß es zugrunde geht;«
Mephisto (1339f. )

Jetzt haben wir ihn also endlich – nein, wir reden nicht vom Salat, sondern vom Auftrag des Stadtrats, den Kiliansbrunnen zu restaurieren, und zwar stante pede: nächstes Frühjahr soll er schon wieder in Amt und Würden stehen, nachdem er so viele Jahrzehnte hat darben müssen. (mehr …)

Würzburger Nüsse – taube und pralle I

Donnerstag, 5. Juni 2008

Architektur in der Stadt

Es hat manchmal etwas Wundersames, wie  dieser oder jener in unserer Stadt sein Mütchen kühlen möchte im Umgang mit Kunst, Architektur und Denkmälern. Doch ist es nicht ohne eine gewisse Folgerichtigkeit. (mehr …)

Würzburgs Schönheiten

Mittwoch, 28. Mai 2008

Eine Ausstellung im Architekturtreff in der Herrenstraße.

Das war lange überfällig: daß Liebhaber der Stadt ihre Lieblingsplätze der Öffentlichkeit kundtun, damit jedermann substantielle Gründe für seine Liebe zu Würzburg vor Augen gestellt bekommt. Da werden die Motive zusammengestellt, die die Photographen lieben und ihren Freunden so gerne in farbigen Photos vorführen oder zumailen, all die schönen Plätze und Mülleimerkompositionen, all die wunderbaren sprudelnden Brunnen, die niedlichen Parkplätze mit den süßen Autochen drauf, und was der Köstlichkeiten mehr sind. (mehr …)

Ausstellung »Blicke auf Würzburg: Negativ-Positiv«

Mittwoch, 21. Mai 2008

Im Treffpunkt Architektur ist ab heute eine interessante Ausstellung zu sehen, mitgetragen von der Bürgerinitiative Ringpark in Gefahr: »Blicke auf Würzburg: Negativ-Positiv«. (mehr …)

Die letzte Schlacht …?!

Dienstag, 29. April 2008

„Die letzte Schlacht gewinnen wir.“ Unter diesem wunderbaren Motto findet vom 2. bis 4. Mais 2008 in Berlin ein Kongreß statt (www.1968kongress.de), in dem gewiß „aufgearbeitet“ wird, was einmal „Studentenbewegung“ hieß, jetzt aber in „Studierendenbewegung“ umbenannt wurde – so nämlich ein eigenes Arbeitsthema im Block „Bewegung“.

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