Archiv für die Kategorie „Bühne & Theater“

Miniwelttheater in Briefen

Samstag, 3. April 2010

»Liebe verhasste Mama« hatte deutschsprachige Erstaufführung am Torturmtheater

Mit 31 Jahren verlässt er das Hotel Mama, zieht von New York nach Los Angeles und will Dichter statt Buchhalter werden. Es folgt eine große Pendelbewegung durch die Vereinigten Staaten. Mutters unverhoffte Indienfahrt entspricht dieser »Aventuire«; dochdoch, so kann man’s nennen. (mehr …)

Töle verduftet, Schauspieler entdeckt

Montag, 17. August 2009

Die deutschsprachige Erstaufführung von »Toutou« im Torturmtheater ist zugleich das Sommerhausen-Debüt von Markus Fisher. Der Mann ist eine große Entdeckung, das Stück hat einen kleinen Strickfehler.

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch kann tief gründen. Sie bietet viele Variationen und großen, oft befremdlichen und schon deswegen komiktauglichen Detailreichtum. Diese weite Spielwiese loteten die Autoren Daniel Besse und Agnès Tutenuit in »Toutou« aus. Das Torturmtheater Sommerhausen sicherte sich für den 13. August die deutschsprachige Erstaufführung. (mehr …)

Chöre der Wurschtigkeit

Mittwoch, 27. Mai 2009

»Die Kleinbürger« am Mainfranken Theater Würzburg

Träumen, Gerechtigkeit, die Dinge verändern – Wörter wie diese hatten im zaristischen Russland um 1900 revolutionäre Sprengkraft. Sie bewegen die junge Generation in Maxim Gorkis Drama »Die Kleinbürger«, das sich in einer vielfach aufgebürstelten Inszenierung am Mainfranken-Theater interessant machen will. Dabei könnten die Figuren mit ihren Konflikten ohne alle Mätzchen auch vor einem heutigen Publikum bestehen – aber schlicht den Text zu spielen wagt ja heute keiner mehr. (mehr …)

Das Röcheln der Mona Lisa

Mittwoch, 6. Mai 2009

Furios eröffnete Michael Lentz am 5. Mai die Woche der Lautpoesie in der Würzburger Werkstattbühne. In einer außergewöhnlich perfekten Kombination aus literaturhistorischem Vortrag und Darbietung eigener lautpoetischer Texte steckte der in Berlin lebende und in Leipzig lehrende Schriftsteller, Lautpoet, Literaturwissenschaftler und Musiker den historischen und ästhetischen Rahmen der Lautpoesie als »ein Genre der akustischen Kunst im intermedialen Grenzbereich von Poesie und Musik« ab. (mehr …)

Der Tod kommt rosarot

Samstag, 18. April 2009

Eric-Emmanuel Schmitt im Torturmtheater

Das Leben ist so, wie ein zehnjähriger Junge es in seinen Briefen an den lieben Gott ausmalt. Dass der Kleine mit seinen Geschichten Recht behält, dafür sorgt ein Großer: der philosophierende Autor Eric-Emmanuel Schmitt, der sich diesen Oskar schließlich ausgedacht hat: ein leukämiekrankes, sterbendes Kind, dessen Energien von einer ehrenamtlichen Betreuerin, eben der Dame in Rosa, noch einmal freigesetzt werden. (mehr …)

Wieder Puccini. Diesmal konzertant in Kostümen

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Die jüngste Operninszenierung im Mainfranken-Theater ergibt sich dem konservativen Publikum. Laut und bunt genügt dem Würzburger Mehrheitsbesucher des Musiktheaters nicht. Es darf, drittens, auch kein Regiegedanke von der Lautstärke im Orchestergraben und von der Farbigkeit auf der Bühne ablenken. (mehr …)

Lauer Würzburger Theatersommer …

Montag, 1. September 2008

… allein der 2. Hafensommer hielt Kurs Richtung Niveau. Ein überarbeiteter* Beitrag zu einer nicht geführten Qualitäts-Debatte.

Heiß und aufregend sollte er werden, der meteorologische Sommer 2008. Lau und reichlich altbacken war dagegen der Würzburger Theatersommer 2008. Auch wenn im chronologischen Fortschreiten der Premierentermine zumindest eine graduelle Verbesserung sicht- und spürbar war. (mehr …)

»Sonne, du klagende Flamme«

Sonntag, 29. Juni 2008

Späte Notiz zum Heine-Abend »Deutschland, ein Wintermärchen« in den Kammerspielen des Mainfrankentheaters

Man brauchte zu diesem Theaterabend nichts mehr zu veröffentlichen: die Aufführungen sind immer ausverkauft, im Programm ist er wohl nicht mehr lange zu finden. 

Der Zufall hat gewollt, daß dem Rezensenten just an dem Abend ein Vorstellungsbesuch ermöglicht wurde, als Schweinfurt eine einschlägige Ausstellungseröffnung zelebrierte: die Doppel-Jubiläums-Ausstellung von Werken Carl Spitzwegs und Wilhelm Buschs. (mehr …)

Seebühne unterm Weinberg

Montag, 23. Juni 2008

25. Juli bis 17. August – Der Würzburger Hafensommer gibt uns den Glauben an die Kontinuität der Kulturgeschichte zurück. Außerdem kann sich das Programm inhaltlich sehen und hören lassen.

Experimente mit abgeschrägtem Wohlklang finden nur schwer eine Bühne. Veranstalter reden sich ein: Das wollen zu wenige hören, ist ein Geschäftsrisiko, da leg ich drauf. Und dann auch noch open air! Aber in diesem Sommer gibt es sie: wagemutige Musik unter freiem Himmel. (mehr …)

Die Bühne der Pfade, die sich verzweigen

Donnerstag, 29. Mai 2008

»Blaubart« im BBK und im Mainfrankentheater Würzburg

I:  »Oh wie wird mir…I/II/III«« – Bildtitel im BBK

Blaubart – ein Frauenserienkiller? Blaubart – ein Mann, der ein Verbot aussprechen kann wie Gott im Garten Eden? Oder Blaubart, dessen ganze eklige innerliche Unterwelt, nach außen gewendet, eine Kammer des Grauens ist? Oder der ein Neugierde-Verbot verhängt, auf dessen Bruch die Höchststrafe: der Tod, steht? (mehr …)

Zur Isolation verdammt

Freitag, 2. Mai 2008

Tennessee Williams: »Die Katze auf dem heißen Blechdach«
Mainfranken Theater Würzburg, Samstag, 26. April 2008

Fest im Milieu der amerikanischen Südstaaten verortet sind die Stücke des Dramatikers Tennessee Williams. In einer herausragenden Inszenierung von »Die Katze auf dem heißen Blechdach« hebt Gastregisseur Christoph Diem in seiner ersten Arbeit am Mainfranken Theater die innerfamiliären und psychologischen Konflikte in den Vordergrund. (mehr …)

Macbeth – zur Unkenntlichkeit entstellt

Samstag, 26. April 2008

William Shakespeare: »Macbeth«
Theater Ensemble Würzburg, Donnerstag, 24. April 2008

Für seinen freizügigen Umgang mit klassischen Texten der Theaterliteratur ist der Regisseur und Autor Wilfried Happel hinlänglich bekannt, auch über das Würzburger Theater Ensemble hinaus. Solide Kenntnis von Shakespeares »Macbeth« sollte also mitbringen, wer sich Happels jüngste Inszenierung auf seiner Würzburger Heimatbühne ansieht. Denn Historisierung und Kostümierung liegen Happel fern. Er hat Shakespeares Tragödie nicht nur radikal – auf zwei Stunden – gekürzt, sondern auch bis zur Unkenntlichkeit entstellt. (mehr …)

Schön gespielt – und doch verfahren

Mittwoch, 23. April 2008

Peter Handke: »Untertagblues«
Werkstattbühne Würzburg, 23. Februar 2008

42 Minuten dauert die Straßenbahn-Fahrt der Linie 5 von Rottenbauer nach Grombühl, eine halbe Stunde mehr, 72 Minuten dauert die U-Bahn-Fahrt in der aktuellen Produktion der Würzburger Werkstattbühne. Darin spielt Markus Grimm, renommierter Schauspieler und Interpret von literarischen Solo-Programmen, Träger des Kulturförderpreises 2007 der Stadt Würzburg, den »Untertagblues« von Peter Handke. (mehr …)