Archiv für die Kategorie „Design“

Design im Alltag (4)

Sonntag, 17. Januar 2010

Diesmal: Unheimliche Berührung der dritten Art.

Wenn die Typografie in historisch gut abgehangene Produktbereiche einbricht, dann gibt es immer etwas zu staunen. Ein solches Produkt, bei dem Tradition über alles geht, ist der Wein. Eine oft viele Jahrhunderte und noch mehr Generationen von Winzern umfassende Tradition hat nicht nur das Gesicht der Landschaft geprägt (Weinberge), sondern auch – ähnlich der Bierkultur – eine eigene visuelle Sprache gefunden, vornehmlich auf den Etiketten der Flaschen, in denen der Wein an den Mann resp. die Frau gebracht werden soll. Zwar landet jeder gute Tropfen irgendwann im relativ neutralen Glas, aber zuvor muss unter anderem das Etikett auf der Flasche die »Zielgruppe« ansprechen – schließlich buhlen im Getränke- oder Supermarkt viele verschiedene Weine um die Gunst der Kunden. Und das nicht zuletzt in Würzburg, der Metropole »Weinfrankens«. (mehr …)

Rosige Zeiten

Donnerstag, 30. Juli 2009

Am letzten Wochenende war es wieder so weit: die Fakultät Gestaltung präsentierte am Freitag und Samstag (24./25. Juli 2009) die Projekt- und Diplomarbeiten des vergangenen Semesters einer interessierten Öffentlichkeit. Es ist mühsam, hier Highlights herausstreichen zu wollen – kommen die Arbeiten doch aus so unterschiedlichen Bereichen wie Typografie, Illustration, Fotografie, Film/Video und Interface Design. Allerdings gab es diesmal eine Arbeit zu sehen, deren eindeutige Verortung zwischen schlitzohrigem Gimmick und Branchenkiller erst noch zu erfolgen hat. (mehr …)

Leistungsschau Design

Samstag, 7. Februar 2009

Wieder geht ein Semester (an der Fachhochschule) zu Ende, und wieder bietet sich die Gelegenheit für alle Interessierten, sich einen Überblick über die Arbeiten und Projekte an der Fakultät Gestaltung der hiesigen FH zu verschaffen. Dazu öffnet die Fachhhochschule in der Münzstraße ihre Pforten am 

Freitag, 6. Februar, 14–19 Uhr
Samstag, 7. Februar, 10–17 Uhr 

Da heißt es: Hingehen … denn in nicht allzu ferner Zukunft wird die Fakultät Gestaltung dann den Neubau am Hubland beziehen, und damit wird das Kommunikationsdesign leider wieder etwas aus der Stadtmitte in die Peripherie verlagert. (mehr …)

Design im Alltag (3)

Dienstag, 15. Juli 2008

Diesmal: Fraktur – die gebrochene Schrift. Und: der Kiliansbrunnen (mal wieder).

Vermutlich ist die Zahl derer, die schon einmal eine Fraktur hatten, inzwischen größer als die derjenigen, die Fraktur noch lesen können. Wobei: Die eine oder andere Zeitung schmückt sich mit dieser Schriftvariante noch im Kopf (aber wer liest schon noch Zeitungen?), und an Wirtshausschildern sieht man sie auch immer wieder dann, wenn Zünftigkeit und Tradition vermittelt werden sollen (auch hier die Frage: Liest man überhaupt noch »Krone«, »Anker« oder sonstiges, oder wird man nur des Schriftbildes gewahr, das irgendwie »Essen und Trinken« verheißt?). Daß die Fraktur wegen des teilweise groben Unfugs, der mit ihr auch heute immer wieder mal getrieben wird, »gebrochene« Schrift heißt, wäre weit hergeholt. Aber betrachtet man die aktuellen Beispiele für Ihren Einsatz genauer, dann muß man schon schlucken – und die eine oder andere Träne wegwischen. (mehr …)

Die Kunst der Arabeske

Montag, 30. Juni 2008

Sammel-Ausstellung von Schmuck-Künstlern bei Eva Maisch in der Sterngasse 5 (gegenüber Main-Post) vom 7.6.–5.7.2006

Von den Herbst-Rosen heißt es in einem der berühmtesten Gedichte von Stefan George: »Erlese, küsse sie und flicht den kranz‧« Erinnerungen an solche Verse stellen sich ein, wenn man die Ketten sieht, die Hilde Janich im Atelier von Eva Maisch ausgelegt und ausgehängt hat. George nimmt etwas von der Zartheit und Eleganz in sein Gedicht, die mit Worten so schwer vor Augen zu stellen sind. George hat sich vom welken Charme herbstlicher Blüten inspirieren lassen – das Zerbrechliche dieser Blumen ist uns sofort gegenwärtig. In diesem Schmuck steckt bei aller Feinheit und Zerbrechlichkeit jedoch auch ein Wille zur Dauer, da die Blüten nicht zwischen den Fingern sich in Staub auflösen Vielmehr sind diese Farbtupfer Überlebenskünstler: sie bestehen aus speziell präpariertem Pergament, wirken durch begrenzende zarte Farbe, als wären sie in Metall gefaßt, und feine Drähten verbinden sie miteinander. Ein Reigen aus Farbtupfern, eher eine Wolke als etwas Dinghaftes, zugleich zweidimensional, da aus so ungreifbarem Material gefertigt, und doch dreidimensional, da diese Plättchen in ihrer Eigenart widerborstig sind und nicht auf einer Ebene liegen. (mehr …)

Design im Alltag (2)

Dienstag, 24. Juni 2008

Werbung und Typografie gehören zusammen wie Kain und Abel – nur daß es der Werbung trotz regelmäßigem Eindreschen auf die Typografie nicht gelingt, diese endgültig ins Jenseits zu befördern. Typografie ist zäh, und angesichts des folgenden möchte man sagen: Sie vermag nachzugeben, sich zu verbiegen, so gut es eben geht – wenn sie nicht schon mit grobem Vorsatz verbogen wird … (mehr …)

Love is the message

Dienstag, 10. Juni 2008

Eine Tagung in Siegen widmete sich 3 Tage lang den Medienamateuren

Wenn es noch eines letzten Signals bedurft hätte, daß die Diskussion um die Wirkung des Amateurschaffens, vor allem des medialen, auch im wissenschaftlichen Diskurs angekommen ist: am ersten Wochenende im Juni war es soweit. Die Universität Siegen, genauer der Lehrstuhl für Mediengeschichte unter Prof. Dr. Susanne Regener, hat zur ersten Tagung »Medienamateure – wie Laien unsere visuelle Kultur verändern« eingeladen. Und viele kamen – über 20 ReferentInnen, die meisten aus dem Hochschulbereich, beleuchteten und diskutierten drei Tage lang im Siegener Museum für Gegenwartskunst gut 100 Jahre Amateurschaffens – vom urbanen Straßenknipser zu Beginn des 20. Jahrhunderts über fotografierende Arbeiter oder SS-Männer, Schmalfilm-Amateure in West- und Ostdeutschland oder Videoamateure in Österreich bis hin zu aktuellen Darstellungs- und Medienformen in den social networks oder Amateur-Pornoseiten des Web 2.0. (mehr …)

Design im Alltag (1)

Dienstag, 3. Juni 2008

Das hat er gut gemacht, der Marco Schneider: nicht nur die Würzburger Öffentlichkeit mit dem Umstand verblüfft, daß auf dem Plakat eines SPD-Politikers nun auch wieder das SPD-Logo zu sehen ist (von der OB-Stichwahl war man ja zwischenzeitlich anderes gewöhnt). Nein, auch das plakatierte Motto wirkt in seiner Klarheit und Offenheit ansprechend: »was ich für sie im landtag erreichen will« – kein alltägliches Politphrasengedresche, sondern die offene Einladung zum Dialog, die Bereitschaft, Rede und Antwort zu stehen.

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Die letzte Schlacht …?!

Dienstag, 29. April 2008

„Die letzte Schlacht gewinnen wir.“ Unter diesem wunderbaren Motto findet vom 2. bis 4. Mais 2008 in Berlin ein Kongreß statt (www.1968kongress.de), in dem gewiß „aufgearbeitet“ wird, was einmal „Studentenbewegung“ hieß, jetzt aber in „Studierendenbewegung“ umbenannt wurde – so nämlich ein eigenes Arbeitsthema im Block „Bewegung“.

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