Archiv für die Kategorie „Konzert“

Folk Tales

Dienstag, 28. Oktober 2008

Am Samstag, den 25. Oktober, lockten mich gleich zwei Gründe auf das 24. Jazzfestival der Jazzinitiative Würzburg e. V. ins Felix Fechenbach Haus, nämlich Aki Takase & Silke Eberhard – eingerahmt von Jazz Ohne Strazz (deren Spyro-Gyra-Verschnitt ich mir schenkte) und Jasper Van’t Hof & Hotlips (die ich nicht ungern beim vierten Bierchen verbabbelte). (mehr …)

Brooklyn Lager

Dienstag, 14. Oktober 2008

Dass Norbert Bürger, der jahrelang im Orchester Bürger Kreitmeier neben der »bayrischen Rockschlampe« Conny Kreitmeier den Gitarrengott oder Pullundertyp mimte, seinen Humor mit dem Ende des OBK 2007 nicht verloren hat, bewies er am Sonntag, den 12. Oktober 2008 im Würzburger Immerhin als Sparringspartner von Sean Noonan, dem amtierenden Drumchampion von The Hub und Brewed By Noon. (mehr …)

Tod, wo ist Dein Stachel?

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Der 7. Oktober 2008 war die Gelegenheit, mir mein O‘Death-Live-Erlebnis abzuholen im Cairo, zuverlässig eine gute Adresse in Würzburg, vor allem wenn das X-yeah-X-Team fürs Booking zuständig ist. Die vielgehypten Hillbilly-Boys aus Brooklyn legten dort kurzfristig einen Zwischenstop ein und boten so überfallartig, dass der Drummer gleich beim ersten Schlag einen Stick halbierte, tatsächlich das, was man sich unter einem »Highspeed-Bluegrass-Gewitter« in etwa vorstellt. (mehr …)

Tofu doesn’t bleed

Montag, 6. Oktober 2008

Als Aficionado von »totaler« Musik oder, wem dieser Ausdruck nicht gefällt, von grenzgängerischer Musik war ich am 2. Oktober 2008 im Cairo zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn Gutbucket aus Brooklyn gaben nach 2001 ihr zweites Gastspiel in Würzburg, eingeladen von der Initiative Freakshow/Galerie 03. (mehr …)

Wieder Puccini. Diesmal konzertant in Kostümen

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Die jüngste Operninszenierung im Mainfranken-Theater ergibt sich dem konservativen Publikum. Laut und bunt genügt dem Würzburger Mehrheitsbesucher des Musiktheaters nicht. Es darf, drittens, auch kein Regiegedanke von der Lautstärke im Orchestergraben und von der Farbigkeit auf der Bühne ablenken. (mehr …)

Keine halben Sachen

Dienstag, 23. September 2008

Peter Brötzmann, Toshinori Kondo, Massimo Pupillo und Paal Nilssen-Love live im club W 71 am 13. September.

Bei Peter Brötzmann gibt es vielleicht halbe Hunde, aber keine halben Sachen. Wenn er sich die »stumpfste Rhythmusgruppe der Welt« antut, wie einer halb scherz-, halb boshaft meinte, dann hat er sich was dabei gedacht. (mehr …)

Lauer Würzburger Theatersommer …

Montag, 1. September 2008

… allein der 2. Hafensommer hielt Kurs Richtung Niveau. Ein überarbeiteter* Beitrag zu einer nicht geführten Qualitäts-Debatte.

Heiß und aufregend sollte er werden, der meteorologische Sommer 2008. Lau und reichlich altbacken war dagegen der Würzburger Theatersommer 2008. Auch wenn im chronologischen Fortschreiten der Premierentermine zumindest eine graduelle Verbesserung sicht- und spürbar war. (mehr …)

Das Leben ist kein Wunschkonzert

Mittwoch, 6. August 2008

Dienstag, 5. August – mein dritter HAFENSOMMER-Abend war ein kontrastreicher: Zuerst Wrongkong, The Strike Boys aus Nürnberg als Quintett mit der Sänger- & Tänzerin Cyrena Dunbar als Frontfrau. Die präsentiert sich, verdoppelt im eigenen Videodesign, als kleiner Soldat des Glamour in hochhakigen Stiefelchen und Babydoll. Viel, viel Bein in zackig-strammen Bewegungen, ein Hochglanzmannequin mit audiovisuellem Pop-Appeal, das Alphamädchenpower verkörpert. (mehr …)

Vielleicht auch träumen

Montag, 4. August 2008

Mein zweiter Versuch, dem Drang des Irdischen auf den Stufen hinter dem Heizkraftwerk eine Auszeit zu gönnen, führte mich am 2. August zu Staubgold (Berlin) meets Normoton (Karlstadt). 

Zur Begrüßung wurde ich mit Leonard Cohen und Velvet Underground beschallt, so laut, dass man sich nur brüllend verständigen konnte. An Unterhaltung war da nicht zu denken. Für die Unterhaltung waren schließlich auch Pupkulies & Rebecca zuständig, das Ex-Würzburger Pärchen Janosch Blaul & Rebecca Gropp, mit seiner von Klaus Burkard in der unterfränkischen Zementstadt publizierten »charmanten« Minimal-Chanson-Electronica. (mehr …)

Ein Hafensommernachtstraum

Samstag, 2. August 2008

»Die Erfindung des Akkordeons war die Geburtstunde der populären Musik.« (C. Wagner)
Accordion Tribe live am 26. Juli beim Würzburger Hafensommer 

Accordions Go Crazy, Buirette, Matinier, Hassler, Reichman, Burger, Pohjonen, Altobelli, Fujii, Peltonen, Redfearn, Juhola und vor allem Guy Klucevsek gehören mit ihren Squeezeboxes zum Inventar des bad alchemystischen File under popular. Natürlich war ich dabei, als Bratko Bibic & The Madleys 2004 zur Filmcollage »In the Family Garden III« die Geschichte Sloweniens und die Rolle des Akkordeons in Frieden, Krieg und Revolution Revue passieren ließen, oder 2005, als er und Lars Hollmer Stefan Schwieterts Filmdoku »Accordion Tribe – Music Travels« auf dem Würzburger Internationalen Filmfestival live anheizten. (mehr …)

Party Intellectuals – Ceramic Dog live

Donnerstag, 24. Juli 2008

Manchmal macht Würzburg tatsächlich Spaß. So wenn Marc Ribot mit seinem Powertrio Ceramic Dog, dank Freakshow-Charly Heidenreich, am 14. Juli auf halber Strecke zwischen Berlin und München einen Zwischenstop im Würzburger Omnibus einlegt. Dessen Gewölbe wurde seit 1970 wohl nicht oft mit Klängen von derart großstädtischem Zuschnitt und derartiger Vehemenz beschallt wie an diesem Montagabend. (mehr …)

Seebühne unterm Weinberg

Montag, 23. Juni 2008

25. Juli bis 17. August – Der Würzburger Hafensommer gibt uns den Glauben an die Kontinuität der Kulturgeschichte zurück. Außerdem kann sich das Programm inhaltlich sehen und hören lassen.

Experimente mit abgeschrägtem Wohlklang finden nur schwer eine Bühne. Veranstalter reden sich ein: Das wollen zu wenige hören, ist ein Geschäftsrisiko, da leg ich drauf. Und dann auch noch open air! Aber in diesem Sommer gibt es sie: wagemutige Musik unter freiem Himmel. (mehr …)

Percussion – Fußball = x : 0

Dienstag, 17. Juni 2008

Der Schlagzeuger Xiaojing Wang (Meisterklasse Prof. M.Ch. Lutz)

In Würzburg gibt es sehr viele anspruchsvolle Konzerte, mehr anscheinend, als es das entsprechende Publikum zu goutieren vermag. Da muß man kein Snob sein, um sich vom Spiel Österreich gegen Deutschland keinen unentbehrlichen fußballerischen Leckerbissen zu erwarten, vor allem, wo wir doch inzwischen von so blendenden Vorstellungen in den anderen EM-Gruppen verwöhnt sind. (mehr …)

Von Piratenklängen bis De profundis, …

Dienstag, 27. Mai 2008

… von b-a-c-h vor Bach bis Johann Sebastian.

Das musikalische Ausdrucksvermögen eines Instruments in fünf verschiedenen Händen beim Akkordeonabend der Klasse Prof. Stefan Hussong am 26.5. in der Hochschule für Musik, Würzburg.

Daß Würzburg eine Stadt mit vielen musikalischen Ereignissen ist, weiß man. Daß manche Würzburger damit viel Ehrgeiz verbinden, hat man der Diskussion über eine mögliche Chinafahrt des Philharmonischen Orchesters entnehmen können. Die Renommiersucht hat da kurzfristig über manch anderen Gedanken die Oberhand behalten. (mehr …)

Champions & Champignons

Donnerstag, 24. April 2008

Die No Foot Bubble Mac-Twist-Freakshow

Am 12. April 2008 servierte Oberfreak Charly Heidenreich einmal mehr etwas ganz Besonderes im Kulturhaus Cairo und wer kam, hat‘s wahrlich nicht bereut. Den Auftakt eines kleinen Artrock Festivals, pure Perlenverschwendung, was die lokalen Kostverächter angeht (anderswo gilt Würzburg als Charly-land!), machten THE HUB mit ihrem ‚tricky jazzcore‘. Das Brooklyner Trio des Splatterbassisten Tim Dahl mit dem Drum-Champion Sean Noonan und neuerdings Alex Marcelo an Keyboards hat sich seit seiner letzten Würzburg-Attacke runderneuert, um sich treu zu bleiben. (mehr …)

Konzert: Thinking Plague

Dienstag, 15. April 2008

The undiscovered spheres of any brain

Am 1. April 2008 wurden die Mauern des Kulturhauses Cairo mit Klängen beschallt, wie sie in Würzburg leider selten geworden sind. Immerhin lockte das Stichwort ‚Henry Cow‚ 50 erwartungsvolle Sternfahrer an, um einer Band aus Denver, Colorado zu lauschen, die seit Anfang der 80er vom ‚RIO‚-Virus infiziert ist, einem Parasiten, der das Hirn zwingt, seine Kapazitäten zu nutzen, um sich ímmer wieder selbst zu überraschen. Daher der Name – THINKING PLAGUE. (mehr …)