Archiv für die Kategorie „Internet“

Sprache »mit Herz und Klugheit«?

Mittwoch, 23. November 2016

Am Montag Abend (21. November 2016) wurden im Rathaus die städtischen Kulturmedaillen verliehen – und die Main-Post berichtet darüber unter dem Titel »Kulturmedaillen für Einsatz mit Herz und Klugheit«. Am Artikel gibt es vordergründig nichts auszusetzen – er informiert über ein Ereignis, das stattgefunden hat. Nicht mehr, nicht weniger. Und doch stolpern aufmerksame Leserinnen und Leser möglicherweise über ein wörtliches Zitat, welches dem ehemaligen städtischen Kulturmanager Johannes Engels zugeordnet ist. Über die Mitglieder der Initiative »Willkommen mit Musik« sagt er:

»Sie leisten hochprofessionelle Arbeit mit jungen Asylantinnen und Asylanten«

Das ist jetzt aber verwirrend: Ein »Killwort« (SZ) bzw. »Schimpfwort« (Merkur) bzw. »Unwort« (Diakonie Sachsen) in weiblicher und männlicher Form, also in fast schon geschlechtergerechter Sprache eingesetzt. Was soll man nun davon halten? …

Design im Alltag (4)

Sonntag, 17. Januar 2010

Diesmal: Unheimliche Berührung der dritten Art.

Wenn die Typografie in historisch gut abgehangene Produktbereiche einbricht, dann gibt es immer etwas zu staunen. Ein solches Produkt, bei dem Tradition über alles geht, ist der Wein. Eine oft viele Jahrhunderte und noch mehr Generationen von Winzern umfassende Tradition hat nicht nur das Gesicht der Landschaft geprägt (Weinberge), sondern auch – ähnlich der Bierkultur – eine eigene visuelle Sprache gefunden, vornehmlich auf den Etiketten der Flaschen, in denen der Wein an den Mann resp. die Frau gebracht werden soll. Zwar landet jeder gute Tropfen irgendwann im relativ neutralen Glas, aber zuvor muss unter anderem das Etikett auf der Flasche die »Zielgruppe« ansprechen – schließlich buhlen im Getränke- oder Supermarkt viele verschiedene Weine um die Gunst der Kunden. Und das nicht zuletzt in Würzburg, der Metropole »Weinfrankens«. (mehr …)

Love is the message

Dienstag, 10. Juni 2008

Eine Tagung in Siegen widmete sich 3 Tage lang den Medienamateuren

Wenn es noch eines letzten Signals bedurft hätte, daß die Diskussion um die Wirkung des Amateurschaffens, vor allem des medialen, auch im wissenschaftlichen Diskurs angekommen ist: am ersten Wochenende im Juni war es soweit. Die Universität Siegen, genauer der Lehrstuhl für Mediengeschichte unter Prof. Dr. Susanne Regener, hat zur ersten Tagung »Medienamateure – wie Laien unsere visuelle Kultur verändern« eingeladen. Und viele kamen – über 20 ReferentInnen, die meisten aus dem Hochschulbereich, beleuchteten und diskutierten drei Tage lang im Siegener Museum für Gegenwartskunst gut 100 Jahre Amateurschaffens – vom urbanen Straßenknipser zu Beginn des 20. Jahrhunderts über fotografierende Arbeiter oder SS-Männer, Schmalfilm-Amateure in West- und Ostdeutschland oder Videoamateure in Österreich bis hin zu aktuellen Darstellungs- und Medienformen in den social networks oder Amateur-Pornoseiten des Web 2.0. (mehr …)

1968 und kein Ende

Sonntag, 11. Mai 2008

Es gehört schon mehr als nur Blauäugigkeit dazu, zu hoffen, daß der 1968-Rummel vor Jahresende zum Erliegen käme. Warum auch? Das Thema ist spannend, und jedes Land der Welt hat seine ganz eigene 1968-Variante erlebt. Und in diesen Ländern sind es wiederum die Städte, die sich mal mehr, mal weniger studentenbewegt gezeigt haben. (mehr …)