Archiv für die Kategorie „Printmedien“

Sprache »mit Herz und Klugheit«?

Mittwoch, 23. November 2016

Am Montag Abend (21. November 2016) wurden im Rathaus die städtischen Kulturmedaillen verliehen – und die Main-Post berichtet darüber unter dem Titel »Kulturmedaillen für Einsatz mit Herz und Klugheit«. Am Artikel gibt es vordergründig nichts auszusetzen – er informiert über ein Ereignis, das stattgefunden hat. Nicht mehr, nicht weniger. Und doch stolpern aufmerksame Leserinnen und Leser möglicherweise über ein wörtliches Zitat, welches dem ehemaligen städtischen Kulturmanager Johannes Engels zugeordnet ist. Über die Mitglieder der Initiative »Willkommen mit Musik« sagt er:

»Sie leisten hochprofessionelle Arbeit mit jungen Asylantinnen und Asylanten«

Das ist jetzt aber verwirrend: Ein »Killwort« (SZ) bzw. »Schimpfwort« (Merkur) bzw. »Unwort« (Diakonie Sachsen) in weiblicher und männlicher Form, also in fast schon geschlechtergerechter Sprache eingesetzt. Was soll man nun davon halten? …

Kultur – gut und schön – oder weg damit?!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

»Nichts gibt so sehr das Gefühl von Unendlichkeit als wie die Dummheit« – Ödön von Horvath

Braucht eine so kleine Großstadt wie Würzburg eine Zeitschrift, in der sie ihr Selbstverständnis als Kulturstadt feiert?
Das steht zur Abstimmung, wenn am heutigen Mittwoch, 26.10.2011, der Kulturausschuß darüber befindet, ob die Zeitschrift »Kulturgut« mit einer finanziellen Förderung weiterhin als intellektueller Farbtupfer das Image der Stadt aufpolieren soll.
Wir wollen gar nicht grundsätzlich werden und uns wegen der inhaltlichen Füllung des Begriffs Kulturstadt den Kopf zerbrechen. Wir wollen uns nur fragen, ob sie eine solche Zeitschrift, die ja nicht ohne Ambitionen auskommt, zu ihrem Wohlergehen braucht, ob sie mit einem solchen Organ eine bessere Kulturstadt ist als ohne. (mehr …)

Paupernautik? Starchidismus?

Freitag, 17. September 2010

Wenn ich sage, dass in Würzburg ein absolut mindfuckendes Printerzeugnis erscheint, dann ist das kein Eigenlob. Ich spreche nämlich von STUPOR MUNDI – »Internationale unabhängige Zeitung für Kultur, Wissen und Kunst der Welt im Geiste der Neuen Aufklärung«. Unter dem Medusenhaupt als pikto-programmatischem Schild und dem deeskalierenden Wahlspruch »Im Notwendigen herrsche Einmütigkeit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem aber Nächstenliebe« des Lutheraners Rupertus Meldenius überfällt einen – dreisprachig! – eine tatsächlich stupende Themenvielfalt. (mehr …)

Neues zum Wort mit »P«

Dienstag, 22. September 2009

Das ist doch auch ein Würzburger Alleinstellungsmerkmal: zuerst viel Wallung, danach Stille – sei es die »Provinz auf Weltniveau«, sei es die Erhöhung der Parkgebühren in der Innenstadt (wobei man bei letzteren sich ja nur moderat an das »Weltniveau« anzunähern versuchte: Wer einmal z. B. in Berlin am Potsdamer Platz Parkgebühren entrichtet hat, kann über hiesige nur schmunzeln …). (mehr …)

Design im Alltag (1)

Dienstag, 3. Juni 2008

Das hat er gut gemacht, der Marco Schneider: nicht nur die Würzburger Öffentlichkeit mit dem Umstand verblüfft, daß auf dem Plakat eines SPD-Politikers nun auch wieder das SPD-Logo zu sehen ist (von der OB-Stichwahl war man ja zwischenzeitlich anderes gewöhnt). Nein, auch das plakatierte Motto wirkt in seiner Klarheit und Offenheit ansprechend: »was ich für sie im landtag erreichen will« – kein alltägliches Politphrasengedresche, sondern die offene Einladung zum Dialog, die Bereitschaft, Rede und Antwort zu stehen.

(mehr …)