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	<title>Kommentare für Zunder – der Blog</title>
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	<description>Kulturnachrichten aus Würzburg und Mainfranken</description>
	<lastBuildDate>Wed, 14 Dec 2011 22:36:05 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kommentar zu Genug ist nicht genug … von Würzburg und seine Denkmäler II &#171; Wissenswertes über Würzburg</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2011/10/27/genug-ist-nicht-genug/#comment-28038</link>
		<dc:creator>Würzburg und seine Denkmäler II &#171; Wissenswertes über Würzburg</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 22:36:05 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Kremmler hat sich zum zweiter mal auf dem Zunderblog mit der Problematik des Gedenkens am Volkstrauertag, unter besonderer [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Kremmler hat sich zum zweiter mal auf dem Zunderblog mit der Problematik des Gedenkens am Volkstrauertag, unter besonderer [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kultur – gut und schön – oder weg damit?! von Christian Kelle</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2011/10/26/kultur-gut-und-schoen-oder-weg-damit/#comment-28015</link>
		<dc:creator>Christian Kelle</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 14:14:07 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Stefan - &quot;diese Heftchen&quot;, ob Kulturgut, Kessener oder leporello müssen eine breite Themenpalette haben. Sonst a)liest sie keiner und b) inseriert keiner. Oder wenige. Und von wenigen kannst Du kein Blatt machen. Es sei denn Du butterst selbst einen Haufen Geld rein, um ein Erscheinen zu gewährleisten. Das ist halt das Problem sehr spezieller Kultur - sie spricht nur wenige an, hat ein kleienres Forum und ist demzufolge nicht mit Mammon gesegnet. Also ich lebe gerne in einer pluralistischen Gesellschaft :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Stefan &#8211; &#8220;diese Heftchen&#8221;, ob Kulturgut, Kessener oder leporello müssen eine breite Themenpalette haben. Sonst a)liest sie keiner und b) inseriert keiner. Oder wenige. Und von wenigen kannst Du kein Blatt machen. Es sei denn Du butterst selbst einen Haufen Geld rein, um ein Erscheinen zu gewährleisten. Das ist halt das Problem sehr spezieller Kultur &#8211; sie spricht nur wenige an, hat ein kleienres Forum und ist demzufolge nicht mit Mammon gesegnet. Also ich lebe gerne in einer pluralistischen Gesellschaft :-)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Genug ist nicht genug … von zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2011/10/27/genug-ist-nicht-genug/#comment-28005</link>
		<dc:creator>zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 19:02:44 +0000</pubDate>
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		<description>Tri-tra-trulala!

So sicher sich in meiner Würzburger Kindheit in jedem Herbst das Kasperle in den Volksschulklassen der Schiller- und Pestalozzischule ankündigte, so sicher kann man heute Sitzfleisch (vulgo: den Arsch), Sehschärfe und Leselampe darauf verwetten, dass zur gleichen Jahreszeit mit dem gleichen enervierenden volkspädagogischen Impetus der Herr Kremmler wieder da ist und in Abwandlung der Puppenfrage sein enttäuschtes „Ihr seid ja alle noch da!“ in die Menge ruft. 
Ja, und da sind wir dann auch alle: Der böse Denkmalbauer Heuler, der tumbe Stadtvater Rosenthal und die vielen Schäflein, die an einem schlimmen Ringelreihen teilnehmen, das zur Feier der fehlgeleiteten Wölfe alljährlich zur gleichen Zeit abgehalten wird. Aber das Kasperle hat seinen Polizisten Wippermann mitgebracht, der uns allen mit der emporgestreckten Kelle erklärt, wie man es richtig macht: Denken statt Denkmalen!

Aha, das ist ja mal was neues! Aber müsste dann nicht auch der Berthold Kremmler selbst einmal von seinem Wolkenkuckucksross heruntersteigen, das bestimmt prächtiger ist als jeder Postgaul? Und könnte er dann nicht möglicherweise denkend erkennen, dass im Gedenkmonat November nichts passiert, was seinen routinierten Sturmlauf rechtfertigt?

Wir haben es mit einem auf wenige Tage beschränkten, im toten Ritual entschärften Gedenkmodus zu tun, in den einige wenige Teilnehmer sich vorübergehend herunterdimmen oder – je nach Sichtweise – hochschaukeln. (Und man möge sich überlegen, ob es wünschenswert wäre, Herrn Rosenthal bei Reden zu diesen Anlässen weniger Unwohlsein anzumerken.)

Die überwiegende Mehrheit steht diesem Theater gleichgültig gegenüber. Welch ein Glück bei aller beklagenswerten politischen Dummheit im Land. Dann sehen wir doch einfach mal, was sich dieses Jahr im Husarenwäldchen, sonstwo und im Reflex darauf dann hier so abspielt. Vielleicht ergibt sich ein ähnliches Niveau wie 2010, als die Gegenrede erst bedacht, dann besprochen wurde, um schließlich nach einem Jahr als „absurdester Widerspruch“ abgetan zu werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tri-tra-trulala!</p>
<p>So sicher sich in meiner Würzburger Kindheit in jedem Herbst das Kasperle in den Volksschulklassen der Schiller- und Pestalozzischule ankündigte, so sicher kann man heute Sitzfleisch (vulgo: den Arsch), Sehschärfe und Leselampe darauf verwetten, dass zur gleichen Jahreszeit mit dem gleichen enervierenden volkspädagogischen Impetus der Herr Kremmler wieder da ist und in Abwandlung der Puppenfrage sein enttäuschtes „Ihr seid ja alle noch da!“ in die Menge ruft. <br />
Ja, und da sind wir dann auch alle: Der böse Denkmalbauer Heuler, der tumbe Stadtvater Rosenthal und die vielen Schäflein, die an einem schlimmen Ringelreihen teilnehmen, das zur Feier der fehlgeleiteten Wölfe alljährlich zur gleichen Zeit abgehalten wird. Aber das Kasperle hat seinen Polizisten Wippermann mitgebracht, der uns allen mit der emporgestreckten Kelle erklärt, wie man es richtig macht: Denken statt Denkmalen!</p>
<p>Aha, das ist ja mal was neues! Aber müsste dann nicht auch der Berthold Kremmler selbst einmal von seinem Wolkenkuckucksross heruntersteigen, das bestimmt prächtiger ist als jeder Postgaul? Und könnte er dann nicht möglicherweise denkend erkennen, dass im Gedenkmonat November nichts passiert, was seinen routinierten Sturmlauf rechtfertigt?</p>
<p>Wir haben es mit einem auf wenige Tage beschränkten, im toten Ritual entschärften Gedenkmodus zu tun, in den einige wenige Teilnehmer sich vorübergehend herunterdimmen oder – je nach Sichtweise – hochschaukeln. (Und man möge sich überlegen, ob es wünschenswert wäre, Herrn Rosenthal bei Reden zu diesen Anlässen weniger Unwohlsein anzumerken.)</p>
<p>Die überwiegende Mehrheit steht diesem Theater gleichgültig gegenüber. Welch ein Glück bei aller beklagenswerten politischen Dummheit im Land. Dann sehen wir doch einfach mal, was sich dieses Jahr im Husarenwäldchen, sonstwo und im Reflex darauf dann hier so abspielt. Vielleicht ergibt sich ein ähnliches Niveau wie 2010, als die Gegenrede erst bedacht, dann besprochen wurde, um schließlich nach einem Jahr als „absurdester Widerspruch“ abgetan zu werden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kultur – gut und schön – oder weg damit?! von Stefan Hetzel</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2011/10/26/kultur-gut-und-schoen-oder-weg-damit/#comment-28001</link>
		<dc:creator>Stefan Hetzel</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 15:53:33 +0000</pubDate>
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		<description>Na, ganz so übel ist &quot;KulturGut&quot; auch wieder nicht. Im Oktoberheft sind immerhin eineinhalb Seiten einem Interview mit dem Neue-Musik-Komponisten Klaus Ospald gewidmet, der dort durchaus Sperriges zu sagen hat: &quot;Tatsache ist, dass Neue Musik verstörend wirken kann&quot; - &quot;...ich find&#039; das gut, wenn Musik trennt.&quot; Jedenfalls keine populistischen Sprüche. Ich hab&#039; halt mit solchen Heftchen immer das Problem, dass mir die Themenpalette zu breit ist. Was interessiert mich bsp.weise &quot;Schülerwettreden&quot;? Was die &quot;Zaubertage&quot;? Aber so ist sie halt, die pluralistische Gesellschaft - und das muss eine solch &quot;unspezifische&quot; Zeitschrift eben auch abbilden. Zumal wenn sie von Steuergeldern finanziert wird. Auch deswegen ist ihr Vergleich mit der &quot;Fackel&quot; nicht nur abseitig, sondern auch ganz einfach unfair und alles andere als &quot;zielführend&quot;. Obwohl, andererseits: wär&#039; doch &#039;mal ganz witzig, wenn eine Stadt wie Würzburg ein kulturstalinistisches, moralinsauer-elitäres Kampfblatt finanzieren würde ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Na, ganz so übel ist &#8220;KulturGut&#8221; auch wieder nicht. Im Oktoberheft sind immerhin eineinhalb Seiten einem Interview mit dem Neue-Musik-Komponisten Klaus Ospald gewidmet, der dort durchaus Sperriges zu sagen hat: &#8220;Tatsache ist, dass Neue Musik verstörend wirken kann&#8221; &#8211; &#8220;&#8230;ich find&#8217; das gut, wenn Musik trennt.&#8221; Jedenfalls keine populistischen Sprüche. Ich hab&#8217; halt mit solchen Heftchen immer das Problem, dass mir die Themenpalette zu breit ist. Was interessiert mich bsp.weise &#8220;Schülerwettreden&#8221;? Was die &#8220;Zaubertage&#8221;? Aber so ist sie halt, die pluralistische Gesellschaft &#8211; und das muss eine solch &#8220;unspezifische&#8221; Zeitschrift eben auch abbilden. Zumal wenn sie von Steuergeldern finanziert wird. Auch deswegen ist ihr Vergleich mit der &#8220;Fackel&#8221; nicht nur abseitig, sondern auch ganz einfach unfair und alles andere als &#8220;zielführend&#8221;. Obwohl, andererseits: wär&#8217; doch &#8216;mal ganz witzig, wenn eine Stadt wie Würzburg ein kulturstalinistisches, moralinsauer-elitäres Kampfblatt finanzieren würde ;-)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Würzburger Eiertanz von Christian Kelle</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2011/06/09/wuerzburger-eiertanz/#comment-27792</link>
		<dc:creator>Christian Kelle</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 09:05:00 +0000</pubDate>
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		<description>Kleine Korrektur: die Goebbels-Rede im Sportpalast fand im Februar 1943 statt, nicht 1942. Wenn wir schon korrekt bleiben wollen :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kleine Korrektur: die Goebbels-Rede im Sportpalast fand im Februar 1943 statt, nicht 1942. Wenn wir schon korrekt bleiben wollen :-)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Würzburger Eiertanz von zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2011/06/09/wuerzburger-eiertanz/#comment-27788</link>
		<dc:creator>zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 10:43:20 +0000</pubDate>
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		<description>Lasset uns trauern!

Berthold Kremmler scheint – der Tenor seiner Argumentation deutet darauf hin – um die Vergeblichkeit seines Anliegens zu wissen, ein „Memento“, weiterentwickelt aus dem bisherigen Gedenkraum möge „zum innersten Kern der Geschichte Würzburgs gehör(en)“. Der aufklärerische Impetus des Autors, der so selten geworden ist, dass man sich wünscht, ihn nicht kritisieren zu müssen, verfehlt aber seinen Anlass.

Kremmlers „wir“, an das er appelliert, mit dem er unter dem Eindruck der Dringlichkeit einen Kreis um die Würzburger Bürgerschaft zieht, existiert genauso wenig wie eine gemeinsame Verstrickung in geschichtliche Vorgänge. Eine Würzburger Bürgerschaft gibt es nicht mehr seit sie in einer Zeit, die nicht zufällig vor dem 16. März 1945 lag, sich in ihrer Mehrheit zu einer Bande von Zusehern, Wegschauern, Nickern und Mitmachern dabei wandelte, wie eine Minderheit ihrer Zugehörigen zu Vertriebenen, Verfolgten und Mordopfern gemacht wurde. Gäbe es sie nach inzwischen 66 Jahren wieder und hätte sie ehrenwertere Vertreter im Rat der Stadt als die notorischen Zeitler, Felgenhauer und Rosenthal, dann wäre das ganze Theater um den 16. März bald vorbei. 

Stattdessen soll nun mit neuen Informationen aufgewartet werden. Zu welchem Zweck? Es wird keine Darstellung des 16. März geben können, die nicht auf den Verlust an Gebäuden, Straßenzügen und Menschenleben verweist. Die Zusammenhänge sind klar und dem Würzburger lieb und teuer. Niemand braucht ein Mehr an dieser Art von Aufklärung, die in ihrer berechenbaren lokalen Dialektik die Gegenseite der Verleugner stärkt. Die abstoßende Schläue der Herren und ihrer nickenden Adepten besteht darin, dass die jeden derartigen Impuls im Gleichgewicht zu halten verstehen mit einer in der Tat sakrosankten Stilisierung der Stadt als Opfer einer terroristischen Willkür, die es aus der Reihe der „schönen Städte“ hinausgebombt hat.

Die Stadt aber saugt Honig aus ihrer Zerstörung und aus jeder städtebaulich noch so misslungenen Maßnahme, sie wieder bewohnbar zu machen: „Seht her, noch viel schöner könnten wir sein, wenn nicht...!“ Leider ist das auch noch wahr. Würzburg hat es erwischt und das Feuer war nicht die Strafe für allzu flüchtigen Bürgersinn. Die Stadt war Ziel im Krieg. Dass etliche andere weniger vernichtend getroffen wurden und zufällig noch mehr Altes zu bieten haben, wo Würzburg doch eigentlich der Platz zwischen Rothenburg und Prag gebührt, verzerrt den Wettbewerb. Das ist die treibende Kraft hinter dem Terrorvorwurf – wo wären wir ohne Superlativ! Und wer weiß, ob nicht eher die leise Scham über diese Anmaßung als Mittel der städtischen Außendarstellung die berichtete Weigerung eines Altoberbürgermeisters motiviert als eine ihm unterstellte Senilität. 

Jede Erneuerung und Modernisierung, jeder Informationszuwachs findet bis heute in diesem System öffentlicher Zwecktrauer sein Gegengewicht. So begegnen wir dem Aufklärer: Erwähne die eigenen Verbrechen und wir nennen die Gegenwehr Terror, sprich über ermordete jüdische Bürger und wir verhöhnen ihren Tod – wie es inzwischen nicht nur in Würzburg zum guten Ton gehört – als „Verlust für die ganze Stadt.“ 

Es ist zwecklos und die Hoffnung muss sich auf eine ganz andere Aussicht richten: Dass die Stadt sich füllen möge mit wahlberechtigten Bewohnern, die jung und bewusstlos genug sind, sich für nichts zu interessieren, was auch nur vor 1980 geschehen ist. Und mit Touristen, die mit gutem Recht dem ganzen Mumpitz von der terrorisierten Stadt den Rücken kehren und es mit Festivalbesuchen, Konsumieren und Trinken bewenden lassen. Man sollte diesen fröhlichen Prozess, der schon in Gang gekommen zu sein scheint, nicht bedauern oder durch Aufklärung behindern, die unausweichlich Abwehr gebiert und Erinnerung zurückdrängen, die zum Zweck nostalgischer Selbstbeweihräucherung eingerichtet wird. 

Es ist an der Zeit, die Trauer um den Verlust der alten Stadt als Werkzeug des Stadtmarketings zu erkennen und aufklärerisch Schmerz und Erinnerung konsequent zu privatisieren. Unter den gegebenen Umständen ist das schwierig genug. Man könnte aber sehen, ob so aus den Nickern Schüttler würden. Erstes Mittel wäre dabei die dauerhafte Schließung des März-Schreins im Rathaus oder am selben Ort die tatsächliche Ausstellung der ergreifenden und begreifen-machenden Reliquie der Ewigen Würzburger Krokodilsträne, die sich jährlich am Tag der Tage verflüssigt. Den Originalton Joseph Goebbels‘ gäbe es für Begriffsstutzige gegen Extrazahlung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lasset uns trauern!</p>
<p>Berthold Kremmler scheint – der Tenor seiner Argumentation deutet darauf hin – um die Vergeblichkeit seines Anliegens zu wissen, ein „Memento“, weiterentwickelt aus dem bisherigen Gedenkraum möge „zum innersten Kern der Geschichte Würzburgs gehör(en)“. Der aufklärerische Impetus des Autors, der so selten geworden ist, dass man sich wünscht, ihn nicht kritisieren zu müssen, verfehlt aber seinen Anlass.</p>
<p>Kremmlers „wir“, an das er appelliert, mit dem er unter dem Eindruck der Dringlichkeit einen Kreis um die Würzburger Bürgerschaft zieht, existiert genauso wenig wie eine gemeinsame Verstrickung in geschichtliche Vorgänge. Eine Würzburger Bürgerschaft gibt es nicht mehr seit sie in einer Zeit, die nicht zufällig vor dem 16. März 1945 lag, sich in ihrer Mehrheit zu einer Bande von Zusehern, Wegschauern, Nickern und Mitmachern dabei wandelte, wie eine Minderheit ihrer Zugehörigen zu Vertriebenen, Verfolgten und Mordopfern gemacht wurde. Gäbe es sie nach inzwischen 66 Jahren wieder und hätte sie ehrenwertere Vertreter im Rat der Stadt als die notorischen Zeitler, Felgenhauer und Rosenthal, dann wäre das ganze Theater um den 16. März bald vorbei. </p>
<p>Stattdessen soll nun mit neuen Informationen aufgewartet werden. Zu welchem Zweck? Es wird keine Darstellung des 16. März geben können, die nicht auf den Verlust an Gebäuden, Straßenzügen und Menschenleben verweist. Die Zusammenhänge sind klar und dem Würzburger lieb und teuer. Niemand braucht ein Mehr an dieser Art von Aufklärung, die in ihrer berechenbaren lokalen Dialektik die Gegenseite der Verleugner stärkt. Die abstoßende Schläue der Herren und ihrer nickenden Adepten besteht darin, dass die jeden derartigen Impuls im Gleichgewicht zu halten verstehen mit einer in der Tat sakrosankten Stilisierung der Stadt als Opfer einer terroristischen Willkür, die es aus der Reihe der „schönen Städte“ hinausgebombt hat.</p>
<p>Die Stadt aber saugt Honig aus ihrer Zerstörung und aus jeder städtebaulich noch so misslungenen Maßnahme, sie wieder bewohnbar zu machen: „Seht her, noch viel schöner könnten wir sein, wenn nicht&#8230;!“ Leider ist das auch noch wahr. Würzburg hat es erwischt und das Feuer war nicht die Strafe für allzu flüchtigen Bürgersinn. Die Stadt war Ziel im Krieg. Dass etliche andere weniger vernichtend getroffen wurden und zufällig noch mehr Altes zu bieten haben, wo Würzburg doch eigentlich der Platz zwischen Rothenburg und Prag gebührt, verzerrt den Wettbewerb. Das ist die treibende Kraft hinter dem Terrorvorwurf – wo wären wir ohne Superlativ! Und wer weiß, ob nicht eher die leise Scham über diese Anmaßung als Mittel der städtischen Außendarstellung die berichtete Weigerung eines Altoberbürgermeisters motiviert als eine ihm unterstellte Senilität. </p>
<p>Jede Erneuerung und Modernisierung, jeder Informationszuwachs findet bis heute in diesem System öffentlicher Zwecktrauer sein Gegengewicht. So begegnen wir dem Aufklärer: Erwähne die eigenen Verbrechen und wir nennen die Gegenwehr Terror, sprich über ermordete jüdische Bürger und wir verhöhnen ihren Tod – wie es inzwischen nicht nur in Würzburg zum guten Ton gehört – als „Verlust für die ganze Stadt.“ </p>
<p>Es ist zwecklos und die Hoffnung muss sich auf eine ganz andere Aussicht richten: Dass die Stadt sich füllen möge mit wahlberechtigten Bewohnern, die jung und bewusstlos genug sind, sich für nichts zu interessieren, was auch nur vor 1980 geschehen ist. Und mit Touristen, die mit gutem Recht dem ganzen Mumpitz von der terrorisierten Stadt den Rücken kehren und es mit Festivalbesuchen, Konsumieren und Trinken bewenden lassen. Man sollte diesen fröhlichen Prozess, der schon in Gang gekommen zu sein scheint, nicht bedauern oder durch Aufklärung behindern, die unausweichlich Abwehr gebiert und Erinnerung zurückdrängen, die zum Zweck nostalgischer Selbstbeweihräucherung eingerichtet wird. </p>
<p>Es ist an der Zeit, die Trauer um den Verlust der alten Stadt als Werkzeug des Stadtmarketings zu erkennen und aufklärerisch Schmerz und Erinnerung konsequent zu privatisieren. Unter den gegebenen Umständen ist das schwierig genug. Man könnte aber sehen, ob so aus den Nickern Schüttler würden. Erstes Mittel wäre dabei die dauerhafte Schließung des März-Schreins im Rathaus oder am selben Ort die tatsächliche Ausstellung der ergreifenden und begreifen-machenden Reliquie der Ewigen Würzburger Krokodilsträne, die sich jährlich am Tag der Tage verflüssigt. Den Originalton Joseph Goebbels‘ gäbe es für Begriffsstutzige gegen Extrazahlung.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Zum Volkstrauertag – Verständnisprobleme für Denkmäler von Würzburg und seine Denkmäler &#171; der letzte hype</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/11/15/zum-volkstrauertag/#comment-26319</link>
		<dc:creator>Würzburg und seine Denkmäler &#171; der letzte hype</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 May 2010 16:23:00 +0000</pubDate>
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		<description>[...] deutschen Ideologie zu beschwören, ist nichts neues. Auf eines dieser Denkmäler machte unlängst Berthold Kremmler [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] deutschen Ideologie zu beschwören, ist nichts neues. Auf eines dieser Denkmäler machte unlängst Berthold Kremmler [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Popkultur in Würzburg von [ thomas matterne &#124; weblog ]</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2010/04/13/popkultur-in-wuerzburg/#comment-26318</link>
		<dc:creator>[ thomas matterne &#124; weblog ]</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2010 19:00:00 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;strong&gt;Ich geh wieder an die Uni...&lt;/strong&gt;

Na ja, schön wär&#039;s, aber eigentlich bin ich heute Abend nur zum ersten Mal dazugekommen bei einer Ringvorlesung der Würzburger Uni über Popkultur vorbeizuschauen. Ein Kollege aus der Kreativabteilung hat uns in der Redaktion vor ein paar Wochen au...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich geh wieder an die Uni&#8230;</strong></p>
<p>Na ja, schön wär&#8217;s, aber eigentlich bin ich heute Abend nur zum ersten Mal dazugekommen bei einer Ringvorlesung der Würzburger Uni über Popkultur vorbeizuschauen. Ein Kollege aus der Kreativabteilung hat uns in der Redaktion vor ein paar Wochen au&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Bunte Waldmenschen von Carsten Peter Currier-Elbert</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2010/02/15/bunte-waldmenschen/#comment-26034</link>
		<dc:creator>Carsten Peter Currier-Elbert</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 20:39:07 +0000</pubDate>
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		<description>Ich war drin. Am Premieren-Abend. Ich glaube nicht, dass das Musical ein strukturelles Problem hatte, sondern ganz klar ein ton-technisches Problem. Wer wie ich, dass Buch gelesen hat, wird verstehen was ich meine. Sehr viel vom Sprachwitz und den versteckten Seitenhieben kamen leider nicht &#039;rüber. Schade.

Was mich sehr begeistert hat, dass Würzburg das haus-eigene Ensemble so hervorragend genutzt hat. Ich habe keinen zusammengewürfelten Casting-Haufen gesehen, sondern Schauspieler die offenbar sehr großen Spass an dem hatten, was sie da auf der Bühne gespielt haben. Die Leistung - besonders die vielen Rollen in die die wenigen geschlüpft sind - war bemerkenswert.

Das Musical selber, ist in seiner Art und einmalig. Es ist bitter böse und zugleich lieblich und anschmiegsam. Es zitiert ständig aus dem Bekannten, gibt aber durch Ironie und der Ohrfeige gegen unsere ach so &#039;perfekten Gesellschaft&#039; einen erfrischenden neuen Rahmen. Die Inszenierung gibt durch seine multimediale Vielfalt (Licht, Film, Ton) ein sehr spannendes Umfeld. Herr Stengele hat alle Register der Unterhaltung gezogen. Wie ich meine, gute Unterhaltung.

Es wäre nur fair, dem Musical eine Chance zu geben. Würzburg hat da was ganz tolles gezaubert. Ein Reise wert? Auf jeden Fall!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war drin. Am Premieren-Abend. Ich glaube nicht, dass das Musical ein strukturelles Problem hatte, sondern ganz klar ein ton-technisches Problem. Wer wie ich, dass Buch gelesen hat, wird verstehen was ich meine. Sehr viel vom Sprachwitz und den versteckten Seitenhieben kamen leider nicht &#8216;rüber. Schade.</p>
<p>Was mich sehr begeistert hat, dass Würzburg das haus-eigene Ensemble so hervorragend genutzt hat. Ich habe keinen zusammengewürfelten Casting-Haufen gesehen, sondern Schauspieler die offenbar sehr großen Spass an dem hatten, was sie da auf der Bühne gespielt haben. Die Leistung &#8211; besonders die vielen Rollen in die die wenigen geschlüpft sind &#8211; war bemerkenswert.</p>
<p>Das Musical selber, ist in seiner Art und einmalig. Es ist bitter böse und zugleich lieblich und anschmiegsam. Es zitiert ständig aus dem Bekannten, gibt aber durch Ironie und der Ohrfeige gegen unsere ach so &#8216;perfekten Gesellschaft&#8217; einen erfrischenden neuen Rahmen. Die Inszenierung gibt durch seine multimediale Vielfalt (Licht, Film, Ton) ein sehr spannendes Umfeld. Herr Stengele hat alle Register der Unterhaltung gezogen. Wie ich meine, gute Unterhaltung.</p>
<p>Es wäre nur fair, dem Musical eine Chance zu geben. Würzburg hat da was ganz tolles gezaubert. Ein Reise wert? Auf jeden Fall!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Bunte Waldmenschen von Anonymous</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2010/02/15/bunte-waldmenschen/#comment-26005</link>
		<dc:creator>Anonymous</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 23:37:37 +0000</pubDate>
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		<description>[...] »Es ist nur eine Legende«, werben die Plakate f&#252;r »Goscior, der Zwischenweltler«. Es ist nur ein M&#228;rchen, so l&#228;sst sich das Genre umrei&#223;en. Eine gierige Frau klaut den Kobolden ihren &#220;berlebens-Rubin, ihr Freund wird geschnappt und zur Strafe in einen Halbgnom, eben den Zwischenweltler Goscior verwandelt. Den originalen Beitrag finden Sie hier www.zunderderblog.de &#8230; &#124; Joachim Fildhaut [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] »Es ist nur eine Legende«, werben die Plakate f&#252;r »Goscior, der Zwischenweltler«. Es ist nur ein M&#228;rchen, so l&#228;sst sich das Genre umrei&#223;en. Eine gierige Frau klaut den Kobolden ihren &#220;berlebens-Rubin, ihr Freund wird geschnappt und zur Strafe in einen Halbgnom, eben den Zwischenweltler Goscior verwandelt. Den originalen Beitrag finden Sie hier <a href="http://www.zunderderblog.de" rel="nofollow">http://www.zunderderblog.de</a> &#8230; | Joachim Fildhaut [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Design im Alltag (4) von Bernhard H.</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2010/01/17/design-im-alltag-4/#comment-25913</link>
		<dc:creator>Bernhard H.</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 15:54:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=406#comment-25913</guid>
		<description>&quot;Kurz&quot; ist natürlich genauso relativ wie &quot;ähnlich&quot;. 
Aber ich will natürlich mit Belegen nicht geizen, darum:
http://www.do-not-touch.com/images/touch1_logo.gif
http://www.tcs.org.sg/ui_img/header.gif
http://www.aragonperalta.com/images/client_logo_goldentouch.gif
http://www.tmrrfc.qc.ca/imgs/Touch_logo.gif</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Kurz&#8221; ist natürlich genauso relativ wie &#8220;ähnlich&#8221;.<br />
Aber ich will natürlich mit Belegen nicht geizen, darum:<br />
<a href="http://www.do-not-touch.com/images/touch1_logo.gif" rel="nofollow">http://www.do-not-touch.com/images/touch1_logo.gif</a><br />
<a href="http://www.tcs.org.sg/ui_img/header.gif" rel="nofollow">http://www.tcs.org.sg/ui_img/header.gif</a><br />
<a href="http://www.aragonperalta.com/images/client_logo_goldentouch.gif" rel="nofollow">http://www.aragonperalta.com/images/client_logo_goldentouch.gif</a><br />
<a href="http://www.tmrrfc.qc.ca/imgs/Touch_logo.gif" rel="nofollow">http://www.tmrrfc.qc.ca/imgs/Touch_logo.gif</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Design im Alltag (4) von Jochen Kleinhenz</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2010/01/17/design-im-alltag-4/#comment-25903</link>
		<dc:creator>Jochen Kleinhenz</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 21:16:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=406#comment-25903</guid>
		<description>Zuerst: Entschuldigung für die späte Freigabe des Kommentars – er ist dem menschlichen Faktor der Spamsortierung durch die Lappen gegangen. 
Deshalb auch ein verspäteter Dank, verbunden allerdings mit der nicht ironischen Frage, wie kurz das Googlen sein muss, um ein (anderes) Label zu finden, das sich nur &quot;Touch&quot; oder &quot;Touch Music) nennt? Oder bei ausgewählten Treffern, die auch Musikagenturen und Klebeetikettenhersteller einbeziehen, einen zumindest ähnlichen Schriftzug zu finden?
Über »risikofreudiges Management« und »Abkupfern« herrscht ja Einvernehmen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zuerst: Entschuldigung für die späte Freigabe des Kommentars – er ist dem menschlichen Faktor der Spamsortierung durch die Lappen gegangen.<br />
Deshalb auch ein verspäteter Dank, verbunden allerdings mit der nicht ironischen Frage, wie kurz das Googlen sein muss, um ein (anderes) Label zu finden, das sich nur &#8220;Touch&#8221; oder &#8220;Touch Music) nennt? Oder bei ausgewählten Treffern, die auch Musikagenturen und Klebeetikettenhersteller einbeziehen, einen zumindest ähnlichen Schriftzug zu finden?<br />
Über »risikofreudiges Management« und »Abkupfern« herrscht ja Einvernehmen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Design im Alltag (4) von Bernhard H.</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2010/01/17/design-im-alltag-4/#comment-25856</link>
		<dc:creator>Bernhard H.</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 12:36:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=406#comment-25856</guid>
		<description>Kurzes Googeln ergab, dass es schon einige Labels &quot;Touch&quot; gibt, und fast alle kommen in serifenlosen Majuskeln daher. Mal Arialiger, mal geschwungener - wenn man ein minimales Textlogo macht, und man dazu keinen zu singulären Text hat, muss es das ja schon ähnlich geben. 
Solch ein Logo auf einer Weinflasche ist auf jeden Fall eher das Verdinst eines risikofreudigen Managements als gekonnten Abkupferns.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kurzes Googeln ergab, dass es schon einige Labels &#8220;Touch&#8221; gibt, und fast alle kommen in serifenlosen Majuskeln daher. Mal Arialiger, mal geschwungener &#8211; wenn man ein minimales Textlogo macht, und man dazu keinen zu singulären Text hat, muss es das ja schon ähnlich geben.<br />
Solch ein Logo auf einer Weinflasche ist auf jeden Fall eher das Verdinst eines risikofreudigen Managements als gekonnten Abkupferns.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Zum Volkstrauertag – Verständnisprobleme für Denkmäler von wandasohn</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/11/15/zum-volkstrauertag/#comment-25758</link>
		<dc:creator>wandasohn</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 19:47:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=383#comment-25758</guid>
		<description>Endlich, endlich das entscheidende Argument: ein solches Denkmal beleidigt jeden, der sich ein paar Gedanken über die Entstehung von Kriegen gemacht hat. 
Als unbedarfte Neuwürzburgerin habe ich mich vor vielen Jahren sehr gewundert, dass eine Stadt, die doch spätestens am 16. März 1945 begriffen haben sollte, wozu so etwas führt, sich ein dermaßen brutal-dröges und dumpf martialisches Kriegerdenkmal aus der Nazizeit leistet. Alles, alles ging kaputt – und ausgerechnet das haben sie stehen gelassen? Später, belehrt um das Errichtungsdatum 1931, dachte ich nur noch: sie habens doch gewusst - wieso beschweren sie sich alljährlich über die Folgen? Weil sie es immer noch nicht sehen wollen. Sonst wäre die Geist- und Geschmacklosigkeit, ausgerechnet an einem solchen Denkmal der Toten der Kriege zu gedenken, nicht möglich. 
Ich halte heute nichts mehr davon, Zeugnisse einer Vergangenheit, zu der man nicht mehr stehen möchte, abzureißen. Aber vielleicht sollte man einfach mal Frau Summa ranlassen? Ich habe großes Vertrauen, dass ihr ein angemessener Kommentar einfallen würde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich, endlich das entscheidende Argument: ein solches Denkmal beleidigt jeden, der sich ein paar Gedanken über die Entstehung von Kriegen gemacht hat.<br />
Als unbedarfte Neuwürzburgerin habe ich mich vor vielen Jahren sehr gewundert, dass eine Stadt, die doch spätestens am 16. März 1945 begriffen haben sollte, wozu so etwas führt, sich ein dermaßen brutal-dröges und dumpf martialisches Kriegerdenkmal aus der Nazizeit leistet. Alles, alles ging kaputt – und ausgerechnet das haben sie stehen gelassen? Später, belehrt um das Errichtungsdatum 1931, dachte ich nur noch: sie habens doch gewusst &#8211; wieso beschweren sie sich alljährlich über die Folgen? Weil sie es immer noch nicht sehen wollen. Sonst wäre die Geist- und Geschmacklosigkeit, ausgerechnet an einem solchen Denkmal der Toten der Kriege zu gedenken, nicht möglich.<br />
Ich halte heute nichts mehr davon, Zeugnisse einer Vergangenheit, zu der man nicht mehr stehen möchte, abzureißen. Aber vielleicht sollte man einfach mal Frau Summa ranlassen? Ich habe großes Vertrauen, dass ihr ein angemessener Kommentar einfallen würde.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Der Heuleriade letzter Teil von Günther Flierl</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/05/der-heuleriade-letzter-teil/#comment-25740</link>
		<dc:creator>Günther Flierl</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 21:16:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=303#comment-25740</guid>
		<description>Die ideologisch verkürzte Sicht des Autors wird weder der geistigen Entwicklung dieser  Künstlerpersönlichkeit noch der Qualität seiner Werke gerecht. 

In Würzburgs Zentrum stehen übrigens nicht nur vier monumentale Bildwerke. In der Aufzählung fehlt das Bildnis der Erdmutter Gäa von 1954 in der Klinikstraße. 
Von allen Werken des bedeutenden Bildhauers zeigt diese vollplastische Bronzefigur mit ihrer formal neuen Orientierung an Gustav Seitz oder Edwin Scharff am deutlichsten den erfreulichen  Aufschwung, den die plastische Kunst nach der Befreiung aus den Zwängen des Dritten Reiches in dieser Stadt erlebte. 

Die ursprünglich für das Geologischen Institut der Universität bestimmte Bronzefigur, wurde 1976 nach dessen Umzug in das Hubland, wo man sie nicht mehr haben wollte, auf Veranlassung von Prof. Franke in die Grünanlage vor der Med. Poliklinik versetzt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die ideologisch verkürzte Sicht des Autors wird weder der geistigen Entwicklung dieser  Künstlerpersönlichkeit noch der Qualität seiner Werke gerecht. </p>
<p>In Würzburgs Zentrum stehen übrigens nicht nur vier monumentale Bildwerke. In der Aufzählung fehlt das Bildnis der Erdmutter Gäa von 1954 in der Klinikstraße.<br />
Von allen Werken des bedeutenden Bildhauers zeigt diese vollplastische Bronzefigur mit ihrer formal neuen Orientierung an Gustav Seitz oder Edwin Scharff am deutlichsten den erfreulichen  Aufschwung, den die plastische Kunst nach der Befreiung aus den Zwängen des Dritten Reiches in dieser Stadt erlebte. </p>
<p>Die ursprünglich für das Geologischen Institut der Universität bestimmte Bronzefigur, wurde 1976 nach dessen Umzug in das Hubland, wo man sie nicht mehr haben wollte, auf Veranlassung von Prof. Franke in die Grünanlage vor der Med. Poliklinik versetzt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kompetenz, Dilettantismus und Anmaßung I von Zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25674</link>
		<dc:creator>Zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 20:12:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=370#comment-25674</guid>
		<description>Ach ja, Sandkopf, schön dass du dich dafür interessierst! Aber es war keine lateinische Quelle. Der Satz stammt vom Deckel einer altgriechischen Aphorismensammlungsattrappe, die ich in der Regalabteilung von Ikea entdeckt habe. Liest du noch oder schreibst du schon? Jetzt weißt du bescheid. Yamas!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ach ja, Sandkopf, schön dass du dich dafür interessierst! Aber es war keine lateinische Quelle. Der Satz stammt vom Deckel einer altgriechischen Aphorismensammlungsattrappe, die ich in der Regalabteilung von Ikea entdeckt habe. Liest du noch oder schreibst du schon? Jetzt weißt du bescheid. Yamas!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kompetenz, Dilettantismus und Anmaßung I von Sandkopf</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25672</link>
		<dc:creator>Sandkopf</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 16:43:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=370#comment-25672</guid>
		<description>Ach, Zuckerpuppe, von wo hast du den Satz &quot;Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt&quot; aus dem Lateinischen übersetzt?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ach, Zuckerpuppe, von wo hast du den Satz &#8220;Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt&#8221; aus dem Lateinischen übersetzt?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Notiz zu Kunst, Moral und Opportunismus von Krampus</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/23/notiz-zu-kunst-moral-und-opportunismus/#comment-25666</link>
		<dc:creator>Krampus</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 22:36:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=357#comment-25666</guid>
		<description>Kaum meint man, die Heuleriade sei ausgelutscht und biete nur noch Nachgeschmack, schon justiert Berthold Kremmler die Fruchtpresse neu. Und siehe da: Schon spritzt der Saft wieder in den Disputmixer! Nicht dass alles ganz frisch wäre, was sich da ansammelt. Die schwer verdaulichen Cocktailkirschen aus der Hybriskonserve sollen locken wie sie wollen; sie bleiben im Glas. Der dazu in einem anderen Zusammenhang von FFF.F. jüngst ergangene Wunsch nach Mäßigung hilft bei der Selbstbeschränkung. 

Zum Thema: Es gibt nochmalige Akzentuierungen bereits beantworteter Thesen, die diese teils erhellen. Teils scheinen sie aber auch von sehr verhaltener Bereitschaft zum annähernd gleichberechtigten Austausch zu zeugen. Die Orientierung am überkommenen Bildungskanon ist dabei nicht das Problem, vielmehr ist es das Getue darum, als könne sowieso niemand mithalten. Eine diffuse Gemeinsamkeit in der Ausrichtung auf das gleiche Ziel, diese Welt eingreifend zu gestalten – in klareren Zeiten nannten wir das die Zugehörigkeit zur richtigen Seite – reicht dabei aber anscheinend nicht aus. Wenn sich beim brüderlichen Ringen um die gleiche Sache Gräben auftun, bedeutet das ja noch nicht, die Seite zu wechseln. Gegner bleibt Gegner. Hier gibt es keine Gräben, aber deutliche Spuren, dass sich der Vor- und Mitstreiter
in einer sicheren Idylle der Bestürzung so gut eingerichtet hat, dass ihm jede inhaltliche Bereicherung seines Kampfs als Schwächung erscheint, die abgewehrt werden muss. Er ist 
damit einer militärisch konnotierten Erwartung von Ergebenheit näher als er glaubt.

Und genau sein Blick aufs militärische Symbol führt ihn dann im antirevanchistischen Eifer wieder in die Irre. Soll denn nun die geografische Ausrichtung der Skulptur in Richtung Osten
auch noch dafür herhalten, den fulminanten Faschismusvorwurf zu stützen? Wie soll man sich das vorstellen? Ein toter soldatischer Kamerad aus dem gerade verlorenen Ersten Weltkrieg wird über Würzburg als neuerliche Kriegsdrohung nach Osten getragen? Das kann nicht ernst gemeint sein. Und es ist falsch. Die Ausrichtung folgt religiöser Tradition. Wichtige Kulthandlungen werden in vielen Glaubensgemeinschaften nach Osten gewandt vollzogen. Das Christentum macht dabei keine Ausnahme. Die Haltung ist Ausdruck des Verlangens, zum Paradies zurückzukehren. Dies macht die diskutierte Skulptur kein bisschen appetitlicher, friedlicher oder gar künstlerisch wertvoller. Es zeigt aber, dass zum abergläubischen und menschenfeindlichen Segensspruch vor dem Waffengang auch die Konsequenz gehört, niemanden von der göttlichen Fahne zu lassen. Selbst dann nicht, wenn der HERR nicht mitgespielt hat. 

Zu schwach ist die Vernunft, dass wir hoffen dürften, Militär und Religion noch in die gemeinsame Tonne zu zwingen, in die sie gehören. Aber ein gutes Ziel ist es schon.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum meint man, die Heuleriade sei ausgelutscht und biete nur noch Nachgeschmack, schon justiert Berthold Kremmler die Fruchtpresse neu. Und siehe da: Schon spritzt der Saft wieder in den Disputmixer! Nicht dass alles ganz frisch wäre, was sich da ansammelt. Die schwer verdaulichen Cocktailkirschen aus der Hybriskonserve sollen locken wie sie wollen; sie bleiben im Glas. Der dazu in einem anderen Zusammenhang von FFF.F. jüngst ergangene Wunsch nach Mäßigung hilft bei der Selbstbeschränkung. </p>
<p>Zum Thema: Es gibt nochmalige Akzentuierungen bereits beantworteter Thesen, die diese teils erhellen. Teils scheinen sie aber auch von sehr verhaltener Bereitschaft zum annähernd gleichberechtigten Austausch zu zeugen. Die Orientierung am überkommenen Bildungskanon ist dabei nicht das Problem, vielmehr ist es das Getue darum, als könne sowieso niemand mithalten. Eine diffuse Gemeinsamkeit in der Ausrichtung auf das gleiche Ziel, diese Welt eingreifend zu gestalten – in klareren Zeiten nannten wir das die Zugehörigkeit zur richtigen Seite – reicht dabei aber anscheinend nicht aus. Wenn sich beim brüderlichen Ringen um die gleiche Sache Gräben auftun, bedeutet das ja noch nicht, die Seite zu wechseln. Gegner bleibt Gegner. Hier gibt es keine Gräben, aber deutliche Spuren, dass sich der Vor- und Mitstreiter<br />
in einer sicheren Idylle der Bestürzung so gut eingerichtet hat, dass ihm jede inhaltliche Bereicherung seines Kampfs als Schwächung erscheint, die abgewehrt werden muss. Er ist<br />
damit einer militärisch konnotierten Erwartung von Ergebenheit näher als er glaubt.</p>
<p>Und genau sein Blick aufs militärische Symbol führt ihn dann im antirevanchistischen Eifer wieder in die Irre. Soll denn nun die geografische Ausrichtung der Skulptur in Richtung Osten<br />
auch noch dafür herhalten, den fulminanten Faschismusvorwurf zu stützen? Wie soll man sich das vorstellen? Ein toter soldatischer Kamerad aus dem gerade verlorenen Ersten Weltkrieg wird über Würzburg als neuerliche Kriegsdrohung nach Osten getragen? Das kann nicht ernst gemeint sein. Und es ist falsch. Die Ausrichtung folgt religiöser Tradition. Wichtige Kulthandlungen werden in vielen Glaubensgemeinschaften nach Osten gewandt vollzogen. Das Christentum macht dabei keine Ausnahme. Die Haltung ist Ausdruck des Verlangens, zum Paradies zurückzukehren. Dies macht die diskutierte Skulptur kein bisschen appetitlicher, friedlicher oder gar künstlerisch wertvoller. Es zeigt aber, dass zum abergläubischen und menschenfeindlichen Segensspruch vor dem Waffengang auch die Konsequenz gehört, niemanden von der göttlichen Fahne zu lassen. Selbst dann nicht, wenn der HERR nicht mitgespielt hat. </p>
<p>Zu schwach ist die Vernunft, dass wir hoffen dürften, Militär und Religion noch in die gemeinsame Tonne zu zwingen, in die sie gehören. Aber ein gutes Ziel ist es schon.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kompetenz, Dilettantismus und Anmaßung I von Zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25664</link>
		<dc:creator>Zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 12:20:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=370#comment-25664</guid>
		<description>Selbstverständlich möchte ich diese Freude nicht einschränken. Auf eitles Auftrumpfen entlang dem Kanon kann ich gut verzichten; und es macht mehr Spaß, eine heitere Replik (&quot;Mehr Licht!&quot;) zu lesen, als Quellenzweifel zu hegen. 

Dabei erzwingt Kremmlers Duktus und Themenwahl intellektuelle Auseinandersetzung, die sich lohnt. Noch größer wäre der Gewinn, würde er sich ohne die schon an anderer Stelle von Krampus kritisierte Lehrerhaltung  darauf einlassen, die gelegentlich Züge von Unerbittlichkeit offenbart.  

Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt. Soll es doch die Werkzeuge bereithalten, mit denen sich die Welt, wenn schon nicht verändern, so doch interpretieren lässt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstverständlich möchte ich diese Freude nicht einschränken. Auf eitles Auftrumpfen entlang dem Kanon kann ich gut verzichten; und es macht mehr Spaß, eine heitere Replik (&#8220;Mehr Licht!&#8221;) zu lesen, als Quellenzweifel zu hegen. </p>
<p>Dabei erzwingt Kremmlers Duktus und Themenwahl intellektuelle Auseinandersetzung, die sich lohnt. Noch größer wäre der Gewinn, würde er sich ohne die schon an anderer Stelle von Krampus kritisierte Lehrerhaltung  darauf einlassen, die gelegentlich Züge von Unerbittlichkeit offenbart.  </p>
<p>Für jede Form des Austauschs möge gelten, dass die dafür gehabte Beschäftigung mit dem Bücherregal den Nutzer nicht beschämt. Soll es doch die Werkzeuge bereithalten, mit denen sich die Welt, wenn schon nicht verändern, so doch interpretieren lässt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kompetenz, Dilettantismus und Anmaßung I von Formfehlerfreunde Feitshöchheim</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25655</link>
		<dc:creator>Formfehlerfreunde Feitshöchheim</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 10:51:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=370#comment-25655</guid>
		<description>Auch wir begrüssen den Anstieg der Aktivitäten in diesem Medium und erlauben uns, zuerst einmal den Autoren resp. Herausgeber zu verteidigen: Wenn auch Benjamin wohl zitiert werden sollte, so zeigt die Form (keine An- und Abführung, kein Quellenhinweis) doch deutlich, dass Kremmler sich hier eine vor langer Zeit gelesene Sentenz in seine Gedankenwelt einverleibt hat, ohne diese auf Abruf und im Detail bzw. Kontext parat zu haben; Kremmlers Analyse wird mit der gewählten Aussage pointiert, der Verweis auf fremde Urheberschaft erscheint uns als korrektes Verhalten, wenn auch nicht in wissenschaftlichem Sinne – ob daraus gleich ein &quot;Modeschmuck für eigene Texte&quot; wird, sei dahingestellt (was, wenn er nicht Benjamin als Bezugspunkt genannt hätte?). Wir müssen, wenn wir dem Energieversorger Beine machen wollen, eher auf &quot;Mehr Licht!&quot; bestehen – und dafür ist es nicht von Bedeutung, welcher alte Mann welchen Satz zu welchem Zeitpunkt seines Schaffens von sich gegeben hat!
Uns beunruhigt jedoch – und dies gilt gerade auch für Kremmlersche Texte –, wie sehr die Diskussionen (und gefällten Urteile) sich an jenem bildungsbürgerlichen Kanon zu orientieren scheinen, dessen Niedergang schon vor der Nazidiktatur begann. Muss man denn spekulieren, ob Fried Heuler Remarque oder Jünger gelesen hat? Geht es denn nicht zuerst um die Benennung von Missständen in lokaler Politik und Kultur – und dies nicht unbedingt mit Blick auf Konzepte der Vergangenheit, sondern auf die Folgen für die Zukunft?
Die Welt wird nicht vom heimischen Bücherregal aus verändert ... auch wenn wir verschämt zugeben, dass wir uns mit unserem Bücherregal täglich stundenlang beschäftigen. Über Formfehler sehen wir jedoch gerne hinweg, wenn damit einer wichtigen Sache Gutes getan wird – und freuten uns, wenn Piepmatz und Zuckerpuppe diese unsere Ansicht teilen würden.
FFF.F</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wir begrüssen den Anstieg der Aktivitäten in diesem Medium und erlauben uns, zuerst einmal den Autoren resp. Herausgeber zu verteidigen: Wenn auch Benjamin wohl zitiert werden sollte, so zeigt die Form (keine An- und Abführung, kein Quellenhinweis) doch deutlich, dass Kremmler sich hier eine vor langer Zeit gelesene Sentenz in seine Gedankenwelt einverleibt hat, ohne diese auf Abruf und im Detail bzw. Kontext parat zu haben; Kremmlers Analyse wird mit der gewählten Aussage pointiert, der Verweis auf fremde Urheberschaft erscheint uns als korrektes Verhalten, wenn auch nicht in wissenschaftlichem Sinne – ob daraus gleich ein &#8220;Modeschmuck für eigene Texte&#8221; wird, sei dahingestellt (was, wenn er nicht Benjamin als Bezugspunkt genannt hätte?). Wir müssen, wenn wir dem Energieversorger Beine machen wollen, eher auf &#8220;Mehr Licht!&#8221; bestehen – und dafür ist es nicht von Bedeutung, welcher alte Mann welchen Satz zu welchem Zeitpunkt seines Schaffens von sich gegeben hat!<br />
Uns beunruhigt jedoch – und dies gilt gerade auch für Kremmlersche Texte –, wie sehr die Diskussionen (und gefällten Urteile) sich an jenem bildungsbürgerlichen Kanon zu orientieren scheinen, dessen Niedergang schon vor der Nazidiktatur begann. Muss man denn spekulieren, ob Fried Heuler Remarque oder Jünger gelesen hat? Geht es denn nicht zuerst um die Benennung von Missständen in lokaler Politik und Kultur – und dies nicht unbedingt mit Blick auf Konzepte der Vergangenheit, sondern auf die Folgen für die Zukunft?<br />
Die Welt wird nicht vom heimischen Bücherregal aus verändert &#8230; auch wenn wir verschämt zugeben, dass wir uns mit unserem Bücherregal täglich stundenlang beschäftigen. Über Formfehler sehen wir jedoch gerne hinweg, wenn damit einer wichtigen Sache Gutes getan wird – und freuten uns, wenn Piepmatz und Zuckerpuppe diese unsere Ansicht teilen würden.<br />
FFF.F</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kompetenz, Dilettantismus und Anmaßung I von Zuckerpuppe</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/26/kompetenz-dilettantismus-und-anmassung-i/#comment-25653</link>
		<dc:creator>Zuckerpuppe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 22:22:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=370#comment-25653</guid>
		<description>Trotz eines konkreten Anlasses mochte ich allgemein beginnen: Mir gefällt, dass es hier ein wenig lebhafter zugeht in den letzten Tagen, und es ist überraschend, wie viel Gesichtspunkte inzwischen in der Debatte um die Heuleriade deutlich geworden sind. Bisher habe ich die Entwicklung mit passivem Interesse verfolgt, gelegentlich auch ein wenig belustigt über die Ernsthaftigkeit bei der Zitatenhuberei. 

Muss man ein schönes Wort, dass einem Beitrag mehr Gewicht und der Belesenheit des Autors helleren Glanz verleiht, so zerpflücken, wie es zuletzt der Kommentator Piepmatz im Skulpturenstreit getan hat? Meine erste Antwort war: Nein! Nun aber, und damit werde ich konkret, bin ich selbst über den von Herrn Kremmler überlieferten Satz Walter Benjamins gestolpert, mit dem er seinen neuen Text abschließt. 

Ich darf mir zugute halten, Benjamin ein wenig gelesen zu haben. Die Lektüre war nicht umfassend, aber eben doch ertragreich genug, um „Hoffnung ist nur den Hoffnungslosen gegeben“ für merkwürdig flach und leider auch frisiert zu halten. Benjamins Werk ist groß; und sollte ich mich täuschen, so bitte ich um Nachsicht. Aber ging das nicht so: &quot;Um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.&quot;? Es ist dies der Schlußsatz aus Benjamins Essay über Goethes „Wahlverwandtschaften“. Eine vielschichtige Formel, die zu diskutieren mir die Kompetenz fehlt. Wer mag, kann sich in diesem Zusammenhang von Micha Brumliks Aufsatz „Benjamin und die Kindheit“ in der Nummer 12/2008 der Zeitschrift „Literaturen“ anregen lassen. 

Nicht zu diskutieren, sondern zu vermeiden gilt es nach meiner Überzeugung aber, bei der Auswahl von Zitaten ihren Kontext durch Nichtnennung zu verschleiern oder sie gar durch Verkürzung zum leider falsch glänzenden Modeschmuck für eigene Texte zu machen. Wovor sich Kommentatoren hüten, davor sollten auch Redakteure Abstand halten. Niemand käme wohl bei einem Stromausfall in der eigenen Wohnung auf die Idee, der Reklamation beim Energieversorger mit dem Zitat aus der Schöpfungsgeschichte „Es werde Licht!“ mehr Gewicht verleihen zu wollen, nur weil ihr Protagonist eine gewichtigere Figur ist als man selbst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz eines konkreten Anlasses mochte ich allgemein beginnen: Mir gefällt, dass es hier ein wenig lebhafter zugeht in den letzten Tagen, und es ist überraschend, wie viel Gesichtspunkte inzwischen in der Debatte um die Heuleriade deutlich geworden sind. Bisher habe ich die Entwicklung mit passivem Interesse verfolgt, gelegentlich auch ein wenig belustigt über die Ernsthaftigkeit bei der Zitatenhuberei. </p>
<p>Muss man ein schönes Wort, dass einem Beitrag mehr Gewicht und der Belesenheit des Autors helleren Glanz verleiht, so zerpflücken, wie es zuletzt der Kommentator Piepmatz im Skulpturenstreit getan hat? Meine erste Antwort war: Nein! Nun aber, und damit werde ich konkret, bin ich selbst über den von Herrn Kremmler überlieferten Satz Walter Benjamins gestolpert, mit dem er seinen neuen Text abschließt. </p>
<p>Ich darf mir zugute halten, Benjamin ein wenig gelesen zu haben. Die Lektüre war nicht umfassend, aber eben doch ertragreich genug, um „Hoffnung ist nur den Hoffnungslosen gegeben“ für merkwürdig flach und leider auch frisiert zu halten. Benjamins Werk ist groß; und sollte ich mich täuschen, so bitte ich um Nachsicht. Aber ging das nicht so: &#8220;Um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.&#8221;? Es ist dies der Schlußsatz aus Benjamins Essay über Goethes „Wahlverwandtschaften“. Eine vielschichtige Formel, die zu diskutieren mir die Kompetenz fehlt. Wer mag, kann sich in diesem Zusammenhang von Micha Brumliks Aufsatz „Benjamin und die Kindheit“ in der Nummer 12/2008 der Zeitschrift „Literaturen“ anregen lassen. </p>
<p>Nicht zu diskutieren, sondern zu vermeiden gilt es nach meiner Überzeugung aber, bei der Auswahl von Zitaten ihren Kontext durch Nichtnennung zu verschleiern oder sie gar durch Verkürzung zum leider falsch glänzenden Modeschmuck für eigene Texte zu machen. Wovor sich Kommentatoren hüten, davor sollten auch Redakteure Abstand halten. Niemand käme wohl bei einem Stromausfall in der eigenen Wohnung auf die Idee, der Reklamation beim Energieversorger mit dem Zitat aus der Schöpfungsgeschichte „Es werde Licht!“ mehr Gewicht verleihen zu wollen, nur weil ihr Protagonist eine gewichtigere Figur ist als man selbst.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu »Heuleriade« – die Fortsetzung von Der Piepmatz aus dem Lusamgärtchen</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/09/30/heuleriade-die-fortsetzung/#comment-25652</link>
		<dc:creator>Der Piepmatz aus dem Lusamgärtchen</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 00:50:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=297#comment-25652</guid>
		<description>Hallo Ihr lieben Zunderfreunde,
es ist kurz nach Mitternacht, die letzten Touristen haben das Lusamgärtchen längst verlassen und ich nutze die himmlische Ruhe in meinem Busch, das Zitat des Friedrich Theodor Vischer, das Berthold Kremmler solchen Eindruck gemacht hat (&quot;Das Moralische versteht sich immer von selbst&quot;) zu recherchieren.
In dem (wie immer wunderschönen!) &quot;Marbacher Magazin&quot;, 1987 zu Ehren des hundersten Todestages Vischers erschienen, ist es in einem längeren Zitat aus dem Roman &quot;Auch Einer&quot; (der laut Alfred Polgar &quot;den Namen humoristischer Roman&quot; verdient) nachzulesen. Zum besseren Verständnis: Es geht im Folgenden um die Suche nach einer Brille. (Welcher Brillenträger kennt das nicht!?) Zitat: &quot;Sehen Sie, mein Herr, suchen im bildlichen Sinn, darüber, daß das Leben so ein Suchen ist, darüber klage ich nicht, darüber sollen Sie nicht seufzen. Das Moralische versteht sich immer von selbst. Der rechte Kerl sucht, strebt und beschwert sich nicht darüber, sondern ist glücklich in diesem Unglück...Der liebe Gott, der oben herunterschaut, der die Haare auf unserem Haupte zählt, der mich nun stundenlang meine Brille suchen sieht, - er sieht ja auch die Brille, weiß recht gut, wo sie liegt, - ist es zum Ertragen, nun denken zu müssen, wie er lachen muß?&quot; Für alle, die es bis hierher humoristisch fanden, auch noch der weitere Fortgang der Brillensuche: &quot;Ich suchte inzwischen am Boden herum; ich hob ein paar Hemden weg, die blank, aber zerzaust umherlagen, und mein Blick fiel auf ein Mausloch in einem Bretterspalt; ich glaubte darin etwas schimmern zu sehen, strengte meine Augen an, und die Entdeckung war gemacht. Es war nicht leicht, die Brille aus dem Loch zu ziehen, die Mühe stand wirklich in Mißverhältniß zum Werthe des Gegenstands, endlich war es gelungen, er (d.i.der eingangs mit &quot;Mein Herr&quot; angesprochene Brillenträger, s.o.!) hielt sie in die Höhe, ließ sie von da fallen, rief mit feierlicher Stimme: &#039;Todesurtheil! Supplicium!&#039; hob den Fuß und zertrat sie mit dem Absatz, daß das Glas in kleinen Splittern und Staub umherflog.&quot; Na, wenn die Geschichte keine Moral hat!
Fündig wurde ich auch noch im &quot;Duden 12, Zitate und Aussprüche&quot;! Dort kann man (leicht gekürzt!) lesen: &#039;Das Moralische versteht sich immer von selbst&#039;: Dieser Ausspruch ist eine der Lieblingswendungen des skurrilen &quot;A.E.&quot;, der Hauptfigur in dem...Roman &quot;Auch einer&quot;...Das Zitat wird (außer von Berthold Kremmler) noch verwendet, wenn mit Ironie angedeutet werden soll, daß die Normen der herrschenden Moral nicht angezweifelt werden dürfen, als absolut gelten und ein Hinterfragen hier nicht nur unerwünscht ist, sondern auch fast schon für &#039;unmoralisch&#039; gehalten wird.&quot; Ich erlaube mir zu ergänzen: Meist steckt da jemand dahinter, der glaubt, die Moral für sich gepachtet zu haben.
Übrigens, Friedrich Nietzsche hat einen anderen Ausspruch des, so Nietzsche, &quot;zum Glück verblichenen ästhetischen Schwaben Vischer&quot; ein &quot;Idioten-Urteil&quot; genannt. Ich betone ausdrücklich, es handelt sich hierbei nicht um den obigen Lehrsatz vom Selbstverständnis des Moralischen!
Und apropos &quot;Duden&quot;: Auch die bekannte Redensart von der &quot;Tücke des Objekts&quot; geht auf unseren Freund Vischer zurück. Doch das nur nebenbei.   
So, ich muß aufhören, eine schwarze Katze schleicht unter meinem Busch herum! Ich wünsche Euch allen eine Gute Nacht! Euer Piepmatz aus dem Lusamgärtchen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Ihr lieben Zunderfreunde,<br />
es ist kurz nach Mitternacht, die letzten Touristen haben das Lusamgärtchen längst verlassen und ich nutze die himmlische Ruhe in meinem Busch, das Zitat des Friedrich Theodor Vischer, das Berthold Kremmler solchen Eindruck gemacht hat (&#8220;Das Moralische versteht sich immer von selbst&#8221;) zu recherchieren.<br />
In dem (wie immer wunderschönen!) &#8220;Marbacher Magazin&#8221;, 1987 zu Ehren des hundersten Todestages Vischers erschienen, ist es in einem längeren Zitat aus dem Roman &#8220;Auch Einer&#8221; (der laut Alfred Polgar &#8220;den Namen humoristischer Roman&#8221; verdient) nachzulesen. Zum besseren Verständnis: Es geht im Folgenden um die Suche nach einer Brille. (Welcher Brillenträger kennt das nicht!?) Zitat: &#8220;Sehen Sie, mein Herr, suchen im bildlichen Sinn, darüber, daß das Leben so ein Suchen ist, darüber klage ich nicht, darüber sollen Sie nicht seufzen. Das Moralische versteht sich immer von selbst. Der rechte Kerl sucht, strebt und beschwert sich nicht darüber, sondern ist glücklich in diesem Unglück&#8230;Der liebe Gott, der oben herunterschaut, der die Haare auf unserem Haupte zählt, der mich nun stundenlang meine Brille suchen sieht, &#8211; er sieht ja auch die Brille, weiß recht gut, wo sie liegt, &#8211; ist es zum Ertragen, nun denken zu müssen, wie er lachen muß?&#8221; Für alle, die es bis hierher humoristisch fanden, auch noch der weitere Fortgang der Brillensuche: &#8220;Ich suchte inzwischen am Boden herum; ich hob ein paar Hemden weg, die blank, aber zerzaust umherlagen, und mein Blick fiel auf ein Mausloch in einem Bretterspalt; ich glaubte darin etwas schimmern zu sehen, strengte meine Augen an, und die Entdeckung war gemacht. Es war nicht leicht, die Brille aus dem Loch zu ziehen, die Mühe stand wirklich in Mißverhältniß zum Werthe des Gegenstands, endlich war es gelungen, er (d.i.der eingangs mit &#8220;Mein Herr&#8221; angesprochene Brillenträger, s.o.!) hielt sie in die Höhe, ließ sie von da fallen, rief mit feierlicher Stimme: &#8216;Todesurtheil! Supplicium!&#8217; hob den Fuß und zertrat sie mit dem Absatz, daß das Glas in kleinen Splittern und Staub umherflog.&#8221; Na, wenn die Geschichte keine Moral hat!<br />
Fündig wurde ich auch noch im &#8220;Duden 12, Zitate und Aussprüche&#8221;! Dort kann man (leicht gekürzt!) lesen: &#8216;Das Moralische versteht sich immer von selbst&#8217;: Dieser Ausspruch ist eine der Lieblingswendungen des skurrilen &#8220;A.E.&#8221;, der Hauptfigur in dem&#8230;Roman &#8220;Auch einer&#8221;&#8230;Das Zitat wird (außer von Berthold Kremmler) noch verwendet, wenn mit Ironie angedeutet werden soll, daß die Normen der herrschenden Moral nicht angezweifelt werden dürfen, als absolut gelten und ein Hinterfragen hier nicht nur unerwünscht ist, sondern auch fast schon für &#8216;unmoralisch&#8217; gehalten wird.&#8221; Ich erlaube mir zu ergänzen: Meist steckt da jemand dahinter, der glaubt, die Moral für sich gepachtet zu haben.<br />
Übrigens, Friedrich Nietzsche hat einen anderen Ausspruch des, so Nietzsche, &#8220;zum Glück verblichenen ästhetischen Schwaben Vischer&#8221; ein &#8220;Idioten-Urteil&#8221; genannt. Ich betone ausdrücklich, es handelt sich hierbei nicht um den obigen Lehrsatz vom Selbstverständnis des Moralischen!<br />
Und apropos &#8220;Duden&#8221;: Auch die bekannte Redensart von der &#8220;Tücke des Objekts&#8221; geht auf unseren Freund Vischer zurück. Doch das nur nebenbei.<br />
So, ich muß aufhören, eine schwarze Katze schleicht unter meinem Busch herum! Ich wünsche Euch allen eine Gute Nacht! Euer Piepmatz aus dem Lusamgärtchen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Der Heuleriade letzter Teil von Eberth</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/05/der-heuleriade-letzter-teil/#comment-25632</link>
		<dc:creator>Eberth</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 08:27:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=303#comment-25632</guid>
		<description>Sie sollten sich die Ausstellung über Heuler im Landratsamt Bad Kissingen anschauen, um sich ein Bild über Leben und Werk des Künstlers zu verschaffen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sollten sich die Ausstellung über Heuler im Landratsamt Bad Kissingen anschauen, um sich ein Bild über Leben und Werk des Künstlers zu verschaffen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Der Heuleriade letzter Teil von Berthold Kremmler</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/05/der-heuleriade-letzter-teil/#comment-25619</link>
		<dc:creator>Berthold Kremmler</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 09:27:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=303#comment-25619</guid>
		<description>Klitzekleine Replik zu Krampus: 
Der &quot;geschulte Dialektiker&quot; war sehr wohl vor der Kranzniederlegung gefragt worden - und schon ging alle Dialektik flöten: es kamen nur die üblichen Floskeln, die der interessierte Stadtrat in Umlauf gebracht hatte. Man sollte auch den Erfolg von Schulung nicht überschätzen: sie hilft noch nicht einmal immer im Formalen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Klitzekleine Replik zu Krampus:<br />
Der &#8220;geschulte Dialektiker&#8221; war sehr wohl vor der Kranzniederlegung gefragt worden &#8211; und schon ging alle Dialektik flöten: es kamen nur die üblichen Floskeln, die der interessierte Stadtrat in Umlauf gebracht hatte. Man sollte auch den Erfolg von Schulung nicht überschätzen: sie hilft noch nicht einmal immer im Formalen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Der Heuleriade letzter Teil von Krampus</title>
		<link>http://www.zunderderblog.de/2009/10/05/der-heuleriade-letzter-teil/#comment-25614</link>
		<dc:creator>Krampus</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 17:41:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zunderderblog.de/?p=303#comment-25614</guid>
		<description>Der leider auch in seinem Heimatland Argentinien kaum angemessen geschätzte Aphoristiker und Essayist Angel Vercero schrieb 1872: „Sei in keiner Form der Rede so bedacht und klug wie in der Widerrede! Wer sich hier selbst widerspricht, darf nicht hoffen, seinen Vorredner und sein Publikum zu überzeugen.“ Ich bin gewarnt und hoffe, das hohe Niveau der schon fortgeschrittenen Debatte mit möglicherweise unsystematischen Äußerungen nicht zu unterlaufen. Es gilt: 

Wie begründet oder unbegründet kann eine Ehrung sein, wenn man keinen besseren – oder zumindest im Stadtbild auffälligeren – Bildhauer hat als eben Fried Heuler? Selbstverständlich kann die Stadt auf die Ehrung verzichten, wenn sie sie für überflüssig oder nicht opportun hält. Nun hat sie aber geehrt und tatsächlich ist die kommentierte Warum-Frage interessant. Der allen faschismusfreundlichen Vorlieben unverdächtige, geschulte Dialektiker im Oberbürgermeisteramt wäre sicher um keine Antwort verlegen. Wurde er gefragt, etwa mit einem einfachen „Genosse Georg, warum?“ Zumindest wird keine Antwort überliefert, die doch die ganze Debatte näher bei der Ausgangsfrage Berthold Kremmlers hielte. Stattdessen wird interpretiert, belehrt und vereindeutigt, dass es eine monumentale Pracht ist. 

Das Amt nennt also – aus unerforschten Gründen, wie wir wissen – den Künstler einen „bedeutenden mainfränkischen Bildhauer“. Im Werk der Hanns-Seidel-Stiftung (ich zitiere den Autor ohne eigene Quellenkenntnis) wird konstatiert, „dass sein Ruf kaum über Mainfranken hinausgedrungen sei.“ Den von Herrn Kremmler hier festgestellten Unterschied in der Wertschätzung für den Künstler gibt es schlechterdings nicht. Denn ein bedeutender mainfränkischer Künstler ist eben kein „bedeutender Künstler aus Mainfranken“, sondern einer mit eingeschränkter lokaler Strahlkraft und Bedeutung; eben einer, dessen Ruf kaum über seine Heimatregion hinausgedrungen ist. Der Autor findet Alliierte, wo keine sind. 

Ansatzweise zeigt sich bereits hier, was bei der weiteren Lektüre seiner Texte zum Thema noch deutlicher wird: Von nah und weit werden Argumente jedweder Qualität herangeholt und fast ausschließlich genutzt, um die geringe mainfränkische Fallhöhe, von der Heuler gestürzt werden soll, zu vergrößern. Als Beispiel gelte das Zitat Friedrich Theodor Vischers. Es markiert einen Anspruch, der Eindruck macht. Da steht Berthold Kremmler nicht allein. Doch welcher Art ist dieser Eindruck? Für mich ist es eher der eines – mir ist das Heikle der Wortwahl in diesem Kontext bewusst – Totschlagarguments. 

Ja, Fried Heuler hat ein Kriegerdenkmal und eines für die Opfer des 16. März 1945 gemacht. Dies kann nur als pervers bezeichnen, wer von einer Künstlerbiografie völlig abstrahiert oder sein Wissen darüber zurückhält. Zum Verstummen pervers, keine Spur von Moral? Ein grober Klotz von Überlegenheit, Herr Kremmler! Darauf einen groben Keil: Ja, er hat sie gemacht. Beide. Na, und? Denn fehlt nicht vor Entrüstung völlig der Blick aufs Materielle? Der Künstler lebt vom Verkauf seiner Werke und er hat Auftraggeber. Wie es bei der Auftragsbearbeitung in ihm aussieht, entzieht sich der Außenwahrnehmung, erst recht der der Nachgeborenen. Nicht umsonst hat Bertolt Brecht die unschöne Sentenz des Vorwurfs „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ ganz nüchtern auf die Füße gestellt: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“

Zum „analytisch-beschreibenden Versuch“: Es wird gefragt, ob eine Beziehung zwischen der Ausführung des Gedenksteins und Walter von der Vogelweide denkbar sei. Gewiss ist sie das. Sie wahrzunehmen setzt beim Betrachter nur ein wenig mehr „esprit de curiosité“ voraus, als der Kritiker aufbringen mag. Man müsste nur bereit sein, den simplen, grobschlächtigen Quader als Sarkophag wahrzunehmen und die eingelassenen Schälchen als gar nicht so plumpen Hinweis auf den Namen de Minnedichters zu deuten. Mit einer Prise „generosité“ ließe sich dann auch auf den Punktabzug wegen Themaverfehlung für den Bildhauer verzichten. Denn auch der ahnungsloseste Tourist (Danke sehr!) weiß, dass der Geehrte nicht Walter von der Vogeltränke hieß. 

Kommen wir von hier auf den Hund, nein, auf das Pferd und seinen abgestiegenen Reiter vor der Paradepost. Auf der Frage, was „grob behauene Teile zwischen den Beinen offen lassen“ können, möchte ich dann doch nicht – Pardon! – herumreiten. Ich frage mich aber, wie dieses angemahnte „richtige“ Pferd denn wohl aussehen soll. Die mitgeteilten Hunde- und Rehassoziationen sind witzig; und sollte auch nur ein Teil der Betrachter sich ähnlich angeregt fühlen, wäre doch nichts verloren. Es ist schließlich das Pferd eines mainfränkischen Künstlers. Die Eltern von Gerhard Marcks konnten nicht ahnen, wie sehr ein Postpferd ihres Sohnes den Berthold Kremmler im Jahre 2009 vielleicht überzeugt haben würde. Sonst hätten sie ihn wohl in Würzburg großgezogen. Leider muss es Spekulation bleiben, wie ihm der Verzicht auf Größe und Starrheit bei gleichzeitiger Beachtung der Reinrassigkeit und der „bewegten Vorbilder vergangener Zeiten“ gelungen wäre. Vielleicht hätte er einen an solche Erwartungen geknüpften Auftrag bescheiden abgelehnt. Noch ein Wort zum eben schon angesprochenen assoziativen Betrachten. Ich würde mir da keine Sorgen machen. Auch eine reinrassige Waschmaschine kann von schräg unten aussehen wie ein Kühlschrank. Spätestens beim Beladen macht sich der Unterschied wieder bemerkbar.

Ganz fremd scheint dem Verfasser die Möglichkeit subjektiver, eigenverantwortlicher Wahrnehmung nicht zu sein. Schreibt er doch im Abschnitt über das Kriegerdenkmal, es sei „entscheidend, was der Betrachter sieht.“ „Genau!“ müsste man ihm zurufen, ergänzte er nicht noch: „und was ihm an Einsichten vermittelt wird.“ Bei diesem hier zu Tage getretenen Verständnis von Vermittlung möchte ich kurz verweilen. Aus ihm spricht Angst, Bescheidwissen und Kontrollbedürfnis, und es findet hier endlich seinen adäquaten Gegenstand. Es ist die Angst, beim Betrachter könnte etwas ankommen, was nicht gemeint ist oder nicht gemeint sein darf. Da sei der Rahmenplan für das Fach Antifaschismus vor, dem Ambivalenz und Spielräume in der Betrachtung von Kunst suspekt sind, weil höhere Werte auf dem Spiel stehen. Demnach schafft nur Eindeutigkeit Erkenntnis. Folglich muss entweder die Aneignung der richtigen Botschaft „wahrer“ Kunst gesichert und kontrolliert oder eine vermeintlich falsche Botschaft „unwürdiger“ Kunst korrigiert und an ihrer Verbreitung gehindert werden. Die Zurechtsetzung des Kriegerdenkmals für die Wahrnehmung eines Betrachters – sei er ahnungsloser Tourist oder interessierter Bürger – ist aber ebenso obsolet wie der stoßseufzende Wunsch, es zu schleifen. Es ist in seiner bizarren Wichtigtuerei heute viel zu grotesk, um es – wodurch und für wen auch immer – für gefährlich zu halten. 

Von einem Kriegerdenkmal etwas anderes zu erwarten als steingewordene Rohheit, als die affirmative Abbildung brutaler Rituale des Tötens und Getötetwerdens, geht fehl. Denn genau dies ist seine Aufgabe. Den bei der Betrachtung zu gewinnenden Eindrücken von der Darstellung zu folgen und sie gegen die Ausführung des Monuments zu wenden, bringt daher keinen Erkenntnisgewinn über die Bedingungen des Mordhandwerks derer „in grauer Norm“ (Biermann), es führt aber an eine Gabelung des gangbaren Interpretationswegs. Denn nach allem Hin und Her über Prä-, Proto- und Vollfaschistisches wird dem Denkmal schließlich vorgeworfen, als Zentrum heutiger Friedenswünsche ungeeignet und kontraproduktiv zu sein.

Darauf ein tiefes Atemholen. Denn genau diese Mischung aus „heutigen Gedenkfeiern“ und verlogenen Friedenswünschen hat ja nun zwar nicht im Würzburger Glacis, aber im Berliner Bendlerblock einen angemessenen Ort gefunden. Wie weit Berthold Kremmlers „Kampfeslust aus dieser Zeit“ der heutigen „weltweiten Übernahme von Verantwortung“ geistesverwandt ist und wieviel dafür getan wird, diese Verwandtschaft zu leugnen, das bleibt zu beobachten. Gegen die Gefahr, der Propaganda zu erliegen, ist Heulers Kriegerdenkmal nicht das schwächste Gegenmittel.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der leider auch in seinem Heimatland Argentinien kaum angemessen geschätzte Aphoristiker und Essayist Angel Vercero schrieb 1872: „Sei in keiner Form der Rede so bedacht und klug wie in der Widerrede! Wer sich hier selbst widerspricht, darf nicht hoffen, seinen Vorredner und sein Publikum zu überzeugen.“ Ich bin gewarnt und hoffe, das hohe Niveau der schon fortgeschrittenen Debatte mit möglicherweise unsystematischen Äußerungen nicht zu unterlaufen. Es gilt: </p>
<p>Wie begründet oder unbegründet kann eine Ehrung sein, wenn man keinen besseren – oder zumindest im Stadtbild auffälligeren – Bildhauer hat als eben Fried Heuler? Selbstverständlich kann die Stadt auf die Ehrung verzichten, wenn sie sie für überflüssig oder nicht opportun hält. Nun hat sie aber geehrt und tatsächlich ist die kommentierte Warum-Frage interessant. Der allen faschismusfreundlichen Vorlieben unverdächtige, geschulte Dialektiker im Oberbürgermeisteramt wäre sicher um keine Antwort verlegen. Wurde er gefragt, etwa mit einem einfachen „Genosse Georg, warum?“ Zumindest wird keine Antwort überliefert, die doch die ganze Debatte näher bei der Ausgangsfrage Berthold Kremmlers hielte. Stattdessen wird interpretiert, belehrt und vereindeutigt, dass es eine monumentale Pracht ist. </p>
<p>Das Amt nennt also – aus unerforschten Gründen, wie wir wissen – den Künstler einen „bedeutenden mainfränkischen Bildhauer“. Im Werk der Hanns-Seidel-Stiftung (ich zitiere den Autor ohne eigene Quellenkenntnis) wird konstatiert, „dass sein Ruf kaum über Mainfranken hinausgedrungen sei.“ Den von Herrn Kremmler hier festgestellten Unterschied in der Wertschätzung für den Künstler gibt es schlechterdings nicht. Denn ein bedeutender mainfränkischer Künstler ist eben kein „bedeutender Künstler aus Mainfranken“, sondern einer mit eingeschränkter lokaler Strahlkraft und Bedeutung; eben einer, dessen Ruf kaum über seine Heimatregion hinausgedrungen ist. Der Autor findet Alliierte, wo keine sind. </p>
<p>Ansatzweise zeigt sich bereits hier, was bei der weiteren Lektüre seiner Texte zum Thema noch deutlicher wird: Von nah und weit werden Argumente jedweder Qualität herangeholt und fast ausschließlich genutzt, um die geringe mainfränkische Fallhöhe, von der Heuler gestürzt werden soll, zu vergrößern. Als Beispiel gelte das Zitat Friedrich Theodor Vischers. Es markiert einen Anspruch, der Eindruck macht. Da steht Berthold Kremmler nicht allein. Doch welcher Art ist dieser Eindruck? Für mich ist es eher der eines – mir ist das Heikle der Wortwahl in diesem Kontext bewusst – Totschlagarguments. </p>
<p>Ja, Fried Heuler hat ein Kriegerdenkmal und eines für die Opfer des 16. März 1945 gemacht. Dies kann nur als pervers bezeichnen, wer von einer Künstlerbiografie völlig abstrahiert oder sein Wissen darüber zurückhält. Zum Verstummen pervers, keine Spur von Moral? Ein grober Klotz von Überlegenheit, Herr Kremmler! Darauf einen groben Keil: Ja, er hat sie gemacht. Beide. Na, und? Denn fehlt nicht vor Entrüstung völlig der Blick aufs Materielle? Der Künstler lebt vom Verkauf seiner Werke und er hat Auftraggeber. Wie es bei der Auftragsbearbeitung in ihm aussieht, entzieht sich der Außenwahrnehmung, erst recht der der Nachgeborenen. Nicht umsonst hat Bertolt Brecht die unschöne Sentenz des Vorwurfs „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ ganz nüchtern auf die Füße gestellt: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“</p>
<p>Zum „analytisch-beschreibenden Versuch“: Es wird gefragt, ob eine Beziehung zwischen der Ausführung des Gedenksteins und Walter von der Vogelweide denkbar sei. Gewiss ist sie das. Sie wahrzunehmen setzt beim Betrachter nur ein wenig mehr „esprit de curiosité“ voraus, als der Kritiker aufbringen mag. Man müsste nur bereit sein, den simplen, grobschlächtigen Quader als Sarkophag wahrzunehmen und die eingelassenen Schälchen als gar nicht so plumpen Hinweis auf den Namen de Minnedichters zu deuten. Mit einer Prise „generosité“ ließe sich dann auch auf den Punktabzug wegen Themaverfehlung für den Bildhauer verzichten. Denn auch der ahnungsloseste Tourist (Danke sehr!) weiß, dass der Geehrte nicht Walter von der Vogeltränke hieß. </p>
<p>Kommen wir von hier auf den Hund, nein, auf das Pferd und seinen abgestiegenen Reiter vor der Paradepost. Auf der Frage, was „grob behauene Teile zwischen den Beinen offen lassen“ können, möchte ich dann doch nicht – Pardon! – herumreiten. Ich frage mich aber, wie dieses angemahnte „richtige“ Pferd denn wohl aussehen soll. Die mitgeteilten Hunde- und Rehassoziationen sind witzig; und sollte auch nur ein Teil der Betrachter sich ähnlich angeregt fühlen, wäre doch nichts verloren. Es ist schließlich das Pferd eines mainfränkischen Künstlers. Die Eltern von Gerhard Marcks konnten nicht ahnen, wie sehr ein Postpferd ihres Sohnes den Berthold Kremmler im Jahre 2009 vielleicht überzeugt haben würde. Sonst hätten sie ihn wohl in Würzburg großgezogen. Leider muss es Spekulation bleiben, wie ihm der Verzicht auf Größe und Starrheit bei gleichzeitiger Beachtung der Reinrassigkeit und der „bewegten Vorbilder vergangener Zeiten“ gelungen wäre. Vielleicht hätte er einen an solche Erwartungen geknüpften Auftrag bescheiden abgelehnt. Noch ein Wort zum eben schon angesprochenen assoziativen Betrachten. Ich würde mir da keine Sorgen machen. Auch eine reinrassige Waschmaschine kann von schräg unten aussehen wie ein Kühlschrank. Spätestens beim Beladen macht sich der Unterschied wieder bemerkbar.</p>
<p>Ganz fremd scheint dem Verfasser die Möglichkeit subjektiver, eigenverantwortlicher Wahrnehmung nicht zu sein. Schreibt er doch im Abschnitt über das Kriegerdenkmal, es sei „entscheidend, was der Betrachter sieht.“ „Genau!“ müsste man ihm zurufen, ergänzte er nicht noch: „und was ihm an Einsichten vermittelt wird.“ Bei diesem hier zu Tage getretenen Verständnis von Vermittlung möchte ich kurz verweilen. Aus ihm spricht Angst, Bescheidwissen und Kontrollbedürfnis, und es findet hier endlich seinen adäquaten Gegenstand. Es ist die Angst, beim Betrachter könnte etwas ankommen, was nicht gemeint ist oder nicht gemeint sein darf. Da sei der Rahmenplan für das Fach Antifaschismus vor, dem Ambivalenz und Spielräume in der Betrachtung von Kunst suspekt sind, weil höhere Werte auf dem Spiel stehen. Demnach schafft nur Eindeutigkeit Erkenntnis. Folglich muss entweder die Aneignung der richtigen Botschaft „wahrer“ Kunst gesichert und kontrolliert oder eine vermeintlich falsche Botschaft „unwürdiger“ Kunst korrigiert und an ihrer Verbreitung gehindert werden. Die Zurechtsetzung des Kriegerdenkmals für die Wahrnehmung eines Betrachters – sei er ahnungsloser Tourist oder interessierter Bürger – ist aber ebenso obsolet wie der stoßseufzende Wunsch, es zu schleifen. Es ist in seiner bizarren Wichtigtuerei heute viel zu grotesk, um es – wodurch und für wen auch immer – für gefährlich zu halten. </p>
<p>Von einem Kriegerdenkmal etwas anderes zu erwarten als steingewordene Rohheit, als die affirmative Abbildung brutaler Rituale des Tötens und Getötetwerdens, geht fehl. Denn genau dies ist seine Aufgabe. Den bei der Betrachtung zu gewinnenden Eindrücken von der Darstellung zu folgen und sie gegen die Ausführung des Monuments zu wenden, bringt daher keinen Erkenntnisgewinn über die Bedingungen des Mordhandwerks derer „in grauer Norm“ (Biermann), es führt aber an eine Gabelung des gangbaren Interpretationswegs. Denn nach allem Hin und Her über Prä-, Proto- und Vollfaschistisches wird dem Denkmal schließlich vorgeworfen, als Zentrum heutiger Friedenswünsche ungeeignet und kontraproduktiv zu sein.</p>
<p>Darauf ein tiefes Atemholen. Denn genau diese Mischung aus „heutigen Gedenkfeiern“ und verlogenen Friedenswünschen hat ja nun zwar nicht im Würzburger Glacis, aber im Berliner Bendlerblock einen angemessenen Ort gefunden. Wie weit Berthold Kremmlers „Kampfeslust aus dieser Zeit“ der heutigen „weltweiten Übernahme von Verantwortung“ geistesverwandt ist und wieviel dafür getan wird, diese Verwandtschaft zu leugnen, das bleibt zu beobachten. Gegen die Gefahr, der Propaganda zu erliegen, ist Heulers Kriegerdenkmal nicht das schwächste Gegenmittel.</p>
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